Trinken nach Regeln

13.11.2018 • Aktuelles, Kurznachrichten

Kontrollierter Alkoholkonsum – die Lösung für alle, die zu viel trinken?

Unter dem Begriff des „Kontrollierten Trinkens“ flammte vor einigen Jahren eine heftige Debatte in der Suchthilfe um die Frage auf, ob das bisher vorherrschende Ziel eines kompletten Konsumstopps nicht die einzige Lösung für alle sei, die zu viel trinken oder sogar alkoholabhängig sind. Es wurden Konzepte zum Erlernen des Kontrollierten Trinkens entwickelt und mittlerweile gibt es eine Vielzahl an wissenschaftlichen Befunden zur Wirksamkeit dieser Methode.

Was ist ein normaler Alkoholkonsum?
Doch zunächst der Reihe nach. Wer sollte überhaupt darüber nachdenken, ob er zu viel oder zu regelmäßig Alkohol trinkt? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Als Richtwert für einen gesundheitsverträglichen Alkoholgebrauch gilt die Höchstmenge von nicht mehr als einer Halben Bier für Männer beziehungsweise einem viertel Liter Bier für Frauen täglich, dem Einhalten von mindestens zwei alkoholfreien Tagen pro Woche und dem Verzicht auf Alkohol in Risikosituationen, wie während dem Bedienen von Maschinen oder Autos, vor und während dem Sport und anderem mehr.
Wird von diesen Empfehlungen abgewichen, bedeutet es nicht automatisch, dass der oder die Betroffene süchtig ist, das Risiko für die Gesundheit ist in jedem Fall aber erhöht. Bedenklich wird es, wenn das Trinken zur Routine wird, als Mittel gegen Stress eingesetzt wird und die allgemeine seelische Verfassung leidet oder es wegen Alkohol zu Konflikten im sozialen Umfeld kommt.

Kontrolliertes Trinken – für wen ist es geeignet?
Grundsätzlich können aus der praktischen Erfahrung mit Menschen, die zu viel Trinken oder eine Alkoholsucht entwickelt haben, zwei Gruppen unterschieden werden: diejenigen, die aufgrund ihrer schweren Sucht nicht mehr ganz mit dem Trinken aufhören können und diejenigen, die zwar deutlich zu häufig und zu viel trinken und dies auch ändern wollen, aber eben nicht ganz auf Alkohol verzichten würden.
Bei den schwer abhängigen Patienten geht es beim Kontrollierten Trinken mehr darum, die schlimmsten Exzesse zu verhindern und die Alkoholmenge zu reduzieren. Damit werden zumindest die gravierendsten Schäden für die Gesundheit abgemildert.
Besonders aber für die zweite Gruppe stellt das Kontrollierte Trinken eine gute Form der Selbstkontrolle dar. In unserer Beratungsstelle für Menschen mit Suchtproblemen lernen wir häufig Personen kennen, die zwar deutlich zu viel trinken, aber – zumindest bis jetzt – keine Abhängigkeit im Sinne einer Krankheit entwickelt haben. Und obwohl diesen Personen häufig klar ist, dass der intensive Alkoholgebrauch problematisch ist, wollen sie nicht ganz darauf verzichten. Nun ergeben sich folgende Optionen: entweder die Betroffenen versuchen im Rahmen einer intensiveren Beratung zu verstehen warum sie so exzessiv trinken und weshalb es ihnen so schwer fällt, das Trinken besser zu steuern oder aber sie versuchen ganz zielgerichtet, nur noch nach selbst erarbeiteten Regeln zu trinken.

Wie läuft das Kontrollierte Trinken ab?
Das Trinken nach Regeln stellt den Kern des Kontrollierten Trinkens dar. In der Beratung definiert der Klient selbst seine persönliche Zielvorgabe, entwickelt Strategien, wie er diese im Alltag einhalten kann und überprüft, ob er seine Erwartungen an sich selbst erfüllt.
Sind die Klienten mit den Ergebnissen nicht zufrieden, stellen sich viele dann doch die Frage, warum sie überhaupt so viel Alkohol brauchen. Für alle anderen ist der pragmatische Ansatz des Kontrollierten Trinkens erfolgreich gewesen.

Beraten lassen zum Kontrollierten Trinken oder auch allen anderen Fragen rund um Suchtprobleme können sich Betroffene oder Angehörige kostenlos bei neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim; Telefonnummer 0 80 31/3 04 23 00, www.
neon-rosenheim.de.

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