Auch das weiß die Statistik: Der typische Innenstadtbesucher in Rosenheim ist weiblich und etwa 42 Jahre alt. Er besucht die Innenstadt mehrmals in der Woche, kauft vorwiegend Bekleidung, Lebensmittel, Kosmetik und Gesundheitswaren und wohnt außerhalb. Foto: i-stock

Ergebnisse sind top! Studien weisen den Weg

10.02.2015 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Schulnote 2 für die Rosenheimer Innenstadt bestätigt die Planer

Umfragen erleben zurzeit eine Hochkonjunktur. Im Rathaussaal Rosenheim wurden vergangene Woche die Ergebnisse einer Befragung von knapp 600 Kunden zum Thema „Vitale Innenstädte 2014“ vorgestellt. Das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) hatte im September 2014 gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer, der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Karstadt Rosenheim sowie dem Stadtmarketing der Stadt Rosenheim eine Kundenbefragung durchgeführt. Jetzt ruft die IHK Firmen dazu auf, Stärken und Schwächen des Wirtschaftsstandorts Rosenheim zu benennen. 2000 Firmen mit Sitz in der Stadt und im Landkreis Rosenheim werden gebeten, einen zweiseitigen Fragebogen auszufüllen. Themen sind Gewerbeflächen, Verkehrsanbindung, Fachkräfte und viele weitere Faktoren.

„Auch wenn unsere Region zu den erfolgreichsten Wirtschaftsräumen weltweit gehört, müssen die Standortfaktoren im Interesse der Unternehmen regelmäßig geprüft und wo nötig nachjustiert werden“, erklärt Sebastian Bauer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Rosenheim die Bedeutung der Umfrage.

Die Ergebnisse der IHK-Standortumfrage sollen im Juli veröffentlicht werden. „Außerdem stellt die IHK die Ergebnisse den Wirtschaftsförderern und anderen Verantwortlichen in Kommunal- und Wirtschaftspolitik zur Verfügung, um konkrete Verbesserungen für die Betriebe anzustoßen“, kündigt Bauer an. Als Beispiele nennt der Gremiumsvorsitzende den Anschluss von Gewerbegebieten ans schnelle Internet und die Dauer von Genehmigungsverfahren.

Für die erstmals durchgeführte Studie werden in ganz Oberbayern rund 50 000 Unternehmen befragt. Damit sind neben den Standortanalysen für die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte auch Auswertungen für die oberbayerischen Planungsregionen und für den gesamten Regierungsbezirk Oberbayern möglich. Bei Rückfragen zur Studie können sich Interessenten an Rebecca Wippersteg, Referentin für Standortberatung, Statistik und Raumplanung bei der IHK für München und Oberbayern, Telefon 0 89/ 51 16 11 17, oder per Mail an wippersteg@muenchen.ihk.de wenden.

Schulnote 2

Bei der Untersuchung von 62 Innenstädten aus ganz Deutschland schnitt die Rosenheimer Innenstadt positiv ab. Knapp 600 Besucher bewerteten die Attraktivität der Innenstadt im Durchschnitt mit der Schulnote 2,4. Alle Städte gemeinsam erhielten die Note 2,7. Im Zentrum der Befragung standen die aktuellen Herausforderungen des demografischen Wandels, der Digitalisierung sowie des veränderten Konsumverhaltens für den ortsansässigen Innenstadthandel.

Resultate

Die Innenstadtbesucher beurteilen Rosenheim als überdurchschnittlich attraktiv. Dennoch gibt es bei den Besuchern eine hohe Wechselbereitschaft zu anderen Innenstädten und zum Online-Einkauf. Positiv werden vor allem die Gestaltung der Innenstadt, das Ambiente, die Vielfalt der Angebote und Geschäfte, das Gastronomieangebot sowie die Erreichbarkeit gesehen. Durchschnittlich fallen die Einschätzungen der Befragten zu den Themen Erlebnischarakter, Sauberkeit und Sicherheit sowie Parkmöglichkeiten aus.

Im Vergleich mit Städten ähnlicher Größenordnung kommen vergleichsweise viele Besucher mit dem Pkw, aber auch mit dem ÖPNV und der Bahn in die Innenstadt.
Die Untersuchung bestätigt, dass Rosenheim von den Besuchern sowohl als Freizeit- als auch als Einkaufsstadt gesehen wird – wobei die Bedeutung des Freizeitbereiches immer mehr im Fokus steht.

Hinsichtlich des Erlebniswertes der Innenstadt gibt es allerdings Verbesserungsmöglichkeiten. Dies betrifft die Kriterien Ambiente/Atmosphäre, Erlebnischarakter und Angebotsvielfalt. Vor allem die Angebotsvielfalt ist laut IFH ein Faktor, der den Gesamteindruck einer Stadt erheblich beeinflusst. Während zum Beispiel die Ausstattung im Bereich Bekleidung und Schuhe in Rosenheim als sehr gut empfunden wurde, wünschen sich die Kunden mehr moderne Angebote im Bereich Lebensmittel/Getränke sowie besonders im Bereich Multimedia/Elektronik/Foto.

Auch der weiterhin wachsende Online-Handel verschärft die Wettbewerbssituation vor Ort. Jeder vierte Innenstadtbesucher in Rosenheim gab an, mindestens einmal in zwei Wochen online einzukaufen.
Auffällig ist, dass diese Entwicklung nach Aussagen der Studie große wie kleine Städte gleichermaßen trifft, wobei in Rosenheim die Nutzung des Online-Handels im Städtevergleich überdurchschnittlich ausgeprägt ist. So geben 25 Prozent der Kunden an, dass sie durch den Online-Einkauf seltener in der Stadt einkaufen gehen. Beim Gesamtdurchschnitt aller Städte sind dies nur 20 Prozent der Kunden, bei den elf Vergleichsstädten in der gleichen Größenklasse wie Rosenheim sogar nur 18,7 Prozent der Kunden.

Einen Hinweis auf künftige Vertriebsstrategien liefert das Umfrageergebnis, dass immerhin 14,5 Prozent der Kunden in Rosenheim ihre Produkte online bestellen und sie dann in der Innenstadt bei den dort ansässigen Unternehmen abholen. Bei den Vergleichsstädten erreicht dieser Wert nur 10,2 Prozent bzw. bei allen Städten 11,3 Prozent.
„Das gute Abschneiden Rosenheims in der IFH-Studie ist nur eine Momentaufnahme. Es wird in den nächsten Jahren darum gehen, die Angebotsvielfalt in der Innenstadt zu erhöhen, Angebotslücken in den Bereichen Nahversorgung und Elektronik gezielt zu schließen und – als Daueraufgabe – die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt weiter zu verbessern.
Die angekündigte Revitalisierung des Gillitzerblocks sowie die geplante innenstadtverträgliche Handelsnutzung auf Baufeld 3 im nördlichen Bahnhofsareal bietet dafür gute Chancen“, so Rosenheims Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl.

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