Nicole Schley (rechts), Präsidentin des Bezirksverbands Oberbayern der AWO mit den COBS-Mitarbeiterinnen bei der Übergabe des Inge-Gabert-Preises: Von links: Petra Beyer, Martina Willke und Sabrina Fassio. Foto: re

Für das Allgemeinwohl engagiert

15.01.2019 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Auszeichnung für AWO-Projekt „Stark-im-Beruf-Rosenheim COBS“

An die Mitarbeiterinnen des Projekts „Rosenheim-COBS“ wurde im Rahmen des Förderprogramms „Stark-im-Beruf“ des Europäischen Sozialfonds der renommierte und mit 2500 Euro dotierte „Inge-Gabert-Preis“ verliehen. Der Preis, vergeben vom AWO Bezirksverband Oberbayern, ist nach der 1994 verstorbenen Inge Gabert benannt, die sich beispielhaft für das Allgemeinwohl engagierte und wird alle zwei Jahre vergeben.

„Stark-im-Beruf – Rosenheim COBS“ wird von der AWO seit 2015 durchgeführt und hat seither knapp 200 Frauen aus Stadt und Landkreis Rosenheim unterstützt. Das Projekt unterstützt Mütter mit Migrationshintergrund bei ihrer beruflichen und sozialen Integration. COBS steht dabei für Coaching, Orientierung, Beruf und Selbstwert. Das Projekt wird vom Familienministerium (BMFSFJ), dem Europäischen Sozialfonds (esf) und den Jobcentern Rosenheim Stadt und Landkreis finanziert und von der Rosenheimer AWO durchgeführt. In Einzelcoaching, Gruppenangeboten und Arbeitserprobungen werden die Teilnehmerinnen dabei begleitet, sich beruflich zu qualifizieren, sowie Familie und angestrebte Arbeitsaufnahme miteinander zu vereinbaren wusste Nicole Schley, Präsidentin des AWO-Bezirksverbands Oberbayern und Laudatorin der Preisverleihung zu berichten.

Das Beispiel einer syrischen Mutter zeigt, wie die Arbeit des Projekts in der Praxis aussehen kann: die Frau mit drei Kindern hatte in der Heimat in der Apotheke ihres Mannes ohne Ausbildung mitgearbeitet. Auf der Flucht nach Deutschland musste sie ihren Mann mit dessen erkrankter Mutter in Italien zurücklassen, da die Gesundheit der Großmutter eine Weiterreise verhinderte und der Mann sich seiner Mutter gegenüber verpflichtet sah. Während der Teilnahme im COBS-Projekt absolvierte sie ein Praktikum in einer hiesigen Apotheke. Da sie sich sehr arbeitswillig und mit diversen Vorkenntnissen zeigte, war die Apotheke bereit, ihr einen Ausbildungsplatz als PTA anzubieten.
Bis zum Ausbildungsstart konnte sie dort als Hilfskraft arbeiten und absolvierte einen von den COBS vermittelten Abend-Sprachkurs, weil für die Ausbildung das Sprachniveau B2 notwendig ist. Parallel sorgten die Projektmitarbeiterinnen für die Zeugnisanerkennung ihres syrischen
Abiturs.

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