Efe Kislali in der Titelrolle als Otello überzeugte mit stimmlicher und darstellerischer Präsenz. Foto: Jacobi

Wunderschöner Sommerabend mit großen Stimmen

25.06.2014 • Aktuelles, Kultur

Eigentlich hatte sich Giuseppe Verdi längst vom Theaterbetrieb verabschiedet. Das Zusammentreffen mit Arrigo Boito, einem Librettisten mit eigenschöpferischen Leistungen, aber gab dem 71-jährigen Verdi den Anstoß zu einer neuen Aufgabe. Boito beflügelte den Komponisten und in ihrer Zusammenarbeit entstand mit „Otello“ eines der bedeutendsten und perfektesten Werke des Musiktheaters, das 1887 in der Mailänder Scala uraufgeführt wurde.
Zur Eröffnung des 18. Opernfestivals auf Gut Immling erlebte das Publikum an diesem wunderschönen Sommerabend nach der Begrüßungsrede durch den Intendanten Ludwig Baumann bei der Premiere von „Otello“ einen mitreißenden und berührenden Opernabend unter der musikalischen Leitung von Cornelia von Kerssenbrock in einer Inszenierung der jungen Österreicherin Magdalena Fuchsberger. Für die Dramaturgie zeichnete Cordula Dermattio verantwortlich. Claus Hipp hatte ein raumgreifendes Bühnenbild geschaffen. Dem dramatischen Geschehen entsprechend gestaltete Arndt Selletin das Lichtdesign. Wie Cordula Demattio in ihren Gedanken zur Inszenierung schreibt, ist die Geschichte Otellos eine Geschichte vom tragischen Gefangensein in vorgegebenen Mustern. Otello und Desdemona befinden sich in wechselseitiger Abhängigkeit. Durch die Erwartungen, die man an sie stellt, werden sie erst zu den Figuren gemacht, als die man sie kennt. Dem Chor fällt in dieser Oper eine entscheidende Rolle zu. Er verkörpert den voyeuristischen Blick auf den alles ankommt und der Immlinger Festivalchor, in den auch der Kinderchor in einer Szene eingebunden war, bestach in hochwertiger Qualität. Die Münchner Philharmoniker unter dem temperament- und einfühlsamen Dirigat von Cornelia von Kerssenbrock brachten die herben Klänge des Werks machtvoll zu Gehör, ließen Pianissimo- Schichten zart erblühen, deckten die Sänger nie zu.
Von Beginn fesselte der türkische Sänger Efe Kislali in der Titelrolle als Otello mit stimmlicher und darstellerischer Präsenz, in leuchtendem Tenor oder in Todessehnsucht voll Wehmut klagend. Deniz Yetim, ebenfalls aus der Türkei stammend, ist zutiefst anrührend und begeisternd in der Rolle der Desdemona. Der Bariton Jenkins hat den Part des Jago, und beeindruckte mit seinem agilen Bariton als der große Intrigant des Dramas, das stürmisch beginnt. Aus dem Kampf mit den Gewalten des Meeres und der Kriegsschlacht geht Otello, Befehlshaber der venezianischen Truppen auf Zypern, schließlich als Sieger hervor. Mit seiner schönen jungen Frau Desdemona wird er gefeiert. Otellos Fähnrich Jago aber, fühlt sich durch die Beförderung Cassios( Joska Lehtinen) übergangen und sinnt auf Rache. Er findet in Rodrigo (Marius Zaharia) einen Verbündeten und treibt sein infames Spiel der Täuschung Otellos über die treue Liebe seiner Gattin zu ihm. Die Regisseurin Magdalena Fuchsberger gibt der Oper am Ende eine neue Interpretation. Wie es sich bereits im 1. Akt ankündigt, stirbt die Liebe zwischen Otello und Desdemona. Totale Dunkelheit senkt sich über beide.

Das Publikum feierte eine großartige Aufführung, die dem Aufruhr der Gefühle musikalisch und spielerisch beeindruckend Ausdruck verliehen hatte. Weitere Aufführungen: , 27. Juni um 19.30 Uhr, 4. Juli um 19.30 Uhr, 12. Juli um 19 Uhr, 2. August um 19 Uhr, 9. August um 19 Uhr.  Margrit Jacobi

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