Das Führungs-Team von Pro Arbeit, von links: Ehrenvorsitzender Jürgen Krause, Hans Holzmeier, Johanna Mathäser, Geschäftsführerin Claudia Georgii, Dr. Helmut Klarner, Mathias Lederer und Harald Neu. Auf dem Bild fehlt Josef Trost.

„Viele Väter und Mütter“

29.11.2016 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Zwei neue Gesichter in der Vorstandschaft von ProArbeit

Mit der sozialpädagogischen Betreuung 700 junger Flüchtlinge – oder Menschen auf der Flucht, wie sie der Vorsitzende Harald Neu lieber bezeichnet – in insgesamt 38 Klassen nimmt bei „Pro Arbeit e.V.“ die Sprach- und Berufsintegration an den vier Staatlichen Berufsschulen in der Stadt und im Landkreis Rosenheim inzwischen ganz erheblichen Raum ein. Aber auch in den Kernbereichen des Vereins, der Jugendsozialarbeit an Schulen, der Ausbildungsvermittlung und der Koordination der 40 ehrenamtlichen Qualipaten, hat das mittlerweile 90-köpfige Team alle Hände voll zu tun.

Zweieinhalb Jahre ist her, dass Jalil sein erstes Deutsch-Wörterbuch von der „Aktion Aufwind“ erhalten hat. Seither hat sich viel getan im Leben des Afghanen, der aus seinem vom Krieg zerrütteten Heimatland geflohen und 2013 nach Deutschland gekommen ist. Er besuchte die Berufsintegrationsklassen an der Berufsschule in Wasserburg, hat zielstrebig und mit großem Einsatz nicht nur die fremde Sprache gelernt, absolvierte mehrere Praktika und hat im vergangenen Jahr eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik beim Modeunternehmen Marc O’Polo in Stephanskirchen begonnen. Ganz ohne „Spickzettel“ erzählte der 23-Jährige in bemerkenswert gutem Deutsch bei der Mitgliederversammlung von seinem geglückten Einstieg in die Berufswelt.

Dass dies ohne ausreichende Deutschkenntnisse aber nicht gelingt, weiß auch Elena (22). Die Bulgarin lebt seit 2011 in Deutschland und hatte sich bereits während des Berufsintegrationsjahres an der Berufsschule I Rosenheim in freiwilligem Nachmittagsunterricht aufs Sprach-Niveau B1 gearbeitet. Nach weiteren Deutschkursen klappte es im Hotel Johannisbad in Bad Aibling dann beim zweiten Anlauf mit der Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe; nun stehen die Abschlussprüfungen an.

Denn der Bedarf ist hoch: Allein für Asylbewerber werden aktuell 150 Praktikumsplätze in der Stadt und im Landkreis benötigt. Weitere Informationen dazu gibt Sandra Pawle, stellvertretende fachliche Leitung bei „Pro Arbeit“, Telefonnummer 0 80 31/ 8 06 96 30.

Mit zwei neuen Gesichtern in der Vorstandschaft startet „Pro Arbeit“ nun ins 20. Jahr seines Bestehens: Die bisherigen Stellvertreter Kaspar Öttl und Verena Schlittenbauer standen aus privaten Gründen nicht mehr zur Wahl. Ihnen folgen die Rechtsanwältin Johanna Mathäser aus Rosenheim und Schechens Bürgermeister Hans Holzmeier. In ihren Ämtern bestätigt wurden neben dem Vorsitzenden Harald Neu auch Schatzmeister Dr. Helmut Klarner sowie die Kassenprüfer Josef Trost und Mathias Lederer.

Related Posts

Comments are closed.

« »