Global denken, regional handeln: Mit der Umstellung seiner Lebensgewohnheiten kann ein jeder dazu beitragen, den weiteren Klimawandel und damit das Abschmelzen des Meereseises in der Arktis zu verhindern. Foto: istock

Viele kleine Schritte zum Klimaschutz

04.07.2017 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Rosenheim und das ehrgeizige Ziel, klimaschädliche Gase zu reduzieren

Seit November 2016 ist das Klimaschutzabkommen von Paris in Kraft, das den Ausstoß klimaschädlicher Treibgase verringern und den Anstieg der Erderwärmung eindämmen soll. Schlagzeilen machte vor kurzem der amerikanische Präsident Donald Trump, der öffentlichkeitswirksam aus dem Abkommen ausstieg und dafür viel Kritik erntete. Beim Blick auf diese weltweite Politik gerät allerdings bei vielen Menschen aus dem Blickfeld, dass der Schutz des Erdklimas auch ein regionales Anliegen ist, zu dem ein jeder Bürger seinen Anteil leisten kann.

„Viele kleine Schritte können zum Erfolg führen. Und daran sind alle beteiligt: Bürger, Handel, Gewerbe und Stadtverwaltung“, das meint auch der Rosenheimer Klimaschutzmanager Björn Freitag. Er ist seit 2015 im Amt; seine Stelle ist mit Bundesmittel bis Ende 2018 gefördert. Ob die Stelle auch über den Förderzeitraum hinaus erhalten wird, wurde bisher noch nicht entschieden. Aufgabe des Klimaschutzmanagers, angesiedelt im Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Rosenheim, ist es, das Energie-, Klima- und Umweltschutzkonzept Rosenheim 2025 umzusetzen.

Die Stadt Rosenheim hat sich im Jahr 2012 mit ihrem integrierten Energie-, Klima- und Umweltschutzkonzept „Rosenheim 2025“ ehrgeizige Ziele gesetzt: Die Kohlenstoffdioxidemissionen sollten im Vergleich zu 2010 bis 2025 um mindestens 40 Prozent sinken. Eine Zwischenbilanz zeigt allerdings, dass weiterhin große Anstrengungen nötig sind, um das Klimaziel einer entsprechenden CO2-Minderung bis 2025 zu erreichen.
Doch Björn Freitag lässt sich davon nicht entmutigen. „Die Verringerung um 40 Prozent ist schon ein sehr ambitioniertes Ziel. Und es kann gelingen, wenn bei vielen Bürgern ein Wandel eintritt, hin zu bewusstem Energieverbrauch, hin zu bewusstem Leben und Verbrauchen. Gemäß dem Sprichwort ,Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Erde verändern‘.“

Das fange bereits bei der Ernährung an, so der Klimaschutzmanager. Beim Konsum von regionalen Produkten spare man jede Menge Transportwege, vom Produzenten bis zum Verbraucher und damit auch CO2. Am Beispiel von Trinkwasser rechnet er es vor: Der Transport einer 0,5-Liter-Mineralwasserflasche aus Deutschland verursacht durchschnittlich 9,4 Gramm Kohlenstoffdioxid, die Anlieferung einer Flasche aus Frankreich sogar rund 18 Gramm. Nachdem das Rosenheimer Leitungswasser eine hervorragende Qualität habe und in ausreichender Menge zur Verfügung stehe, müsste prinzipiell kein Wasser transportiert werden

Mit dem jährlichen Konsum von pro Kopf durchschnittlich 148 Litern Mineralwasser entstehen für die gesamte Rosenheimer Bevölkerung 87 Tonnen CO2-Ausstoß. „Die Rosenheimer könnten durch den Umstieg auf Rosenheimer Ttrinkwasser statistisch das Abschmelzen von 261 Quadratmetern Meereseis in der Arktis vemeiden“, resümiert Björn Freitag. Mit unterschiedlichen Projekten versuche die Stadt, so der Klimamanager, immer wieder ökologische Akzente zu setzen und Vorbild für einen Bewusstseinswandel zu sein. Dazu gehören die Beteiligung an der Aktion Stadtradeln ebenso wie die Zertifizierung Rosenheims als „Fairtrade-Stadt“ im letzten Jahr. Auch die Stadtwerke hätten mit ihrem „Energiekonzept 2020+“ und den darin verankerten Maßnahmen wie Fernwärmeausbau, Weiterentwicklung von Nahwärmenetzen, die Kraft-Wärme-Kopplung zur Erzeugung von Wärme und Strom und vielem mehr, Weichen für die Zukunft gestellt.

Ein besonderes ökologisches „Leuchtturm-Projekt“ wird übrigens, so Björn Freitag, in Kürze beim Umbau am Rosenheimer Bahnhof verwirklicht. Der dort geplante Busbahnhof erhält eine Glasüberdachung, die mit einer innovativen Fotovoltaikanlage in Kombination mit einem Batteriespeicher ausgestattet ist. Sie verbessert die energietechnische Effizienz des Busbahnhofes. Sämtliche Beleuchtungen und Anzeigetafeln können tagsüber ihren Strom daraus speisen. Außerdem liefert sie die elektrische Energie für die angegliederten E-Bike- und Elektroauto-Ladestationen.

„Ich sehe meine Aufgabe darin, Menschen aufzuklären und ihnen Impulse für ein bewussteres Leben zu geben. Zwang und erhobene Zeigefinger, das zeigt die Erfahrung, bringen Menschen selten dazu, ihre alltäglichen Lebensgewohnheiten nachhaltig zu ändern. Einsicht und gute Argumente sehr wohl“, fasst Björn Freitag zusammen. Und er ergänzt: „Angesichts der bedrohlichen weltweiten Klimasituation und der Erderwärmung bleibt uns auch keine Alternative, als den Weg der CO2-Reduktion weiter zugehen!“ ff

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