„vermacht. verfallen. verdrängt“

04.10.2017 • Aktuelles, Kultur, Stadt Rosenheim

Ausstellung in der Städtischen Galerie

Die Städtische Galerie Rosenheim präsentiert zu ihrem 80-jährigen Bestehen noch bis zum 19. November die Ausstellung „vermacht.verfallen.verdrängt. Kunst und Nationalsozialismus“.
Erstmals in der Geschichte des Hauses wird mit dieser Ausstellung die Zeit des „Dritten Reiches“ und deren Bedeutung für die Entwicklung der Rosenheimer Kunstsammlung dargestellt: Welche zentrale Rolle spielten die voralpinen Sujets des Inntals, Chiemgaus und Mangfallgaus für das Kunstverständnis im „Dritten Reich“?

Warum erfreuten sich gerade Rosenheimer Maler einer so großen Beliebtheit bei den Nationalsozialisten? Welche Rolle spielten hierbei die Städtische Sammlung und der Rosenheimer Kunstverein? Welches Ansehen hatten die Maler nach dem Ende der NS Herrschaft? Wie erging es nicht konformistischen Malern?

Bei den meisten der ausgestellten Künstler handelt es sich um angesehene Persönlichkeiten, deren erste regionale und nationale Erfolge nicht auf die Politik des Nationalsozialismus zurückzuführen sind. Das „Dritte Reich“ bot ihnen jedoch Möglichkeiten, ihre bisherigen künstlerischen Erfolge durch die Beteiligung an ideologiekonformen Ausstellungen um ein Vielfaches zu übertreffen.

Bekannte Rosenheimer Künstler, die im Nationalsozialismus in oder nahe Rosenheim lebten und arbeiteten oder mit Rosenheim eng verbundene Künstler, wie Hans Müller-Schnuttenbach und Anton Müller-Wischin gehörten zu den erfolgreichsten Teilnehmern an der Großen Deutschen Kunstausstellung (GDK) im Haus der Kunst in München in den Jahren 1937 bis 1944.
„Es wäre falsch, diese Werke nur als fehlgeleitete NS-Kunst zu kategorisieren und ungezeigt in den Keller zu verbannen. Weder sind die Ausstellungsstücke einfach nur schöne Gemälde oder gar politisch harmlos, noch können sie per se als ideologiegetriebene Werke ohne kunsthistorischen Wert klassifiziert werden“, betonen Ausstellungskurator Felix Steffan und Galerieleiterin Monika Hauser-Mair.

Die umfassende Präsenz der vermeintlich randständigen und Ende der 1930er-Jahre nur gut 20 000 Einwohner zählenden Stadt Rosenheim im nationalsozialistischen Kunstbetrieb stellt ein in mehrfacher Hinsicht erklärungsbedürftiges Phänomen dar, wenn man bedenkt, dass der nahe Rosenheim gelegene Chiemsee häufiger ein Bildmotiv darstellte als die Reichshauptstadt Berlin.
Zudem bietet die Galerie ausstellungsbegleitend wieder ein kulturelles Rahmenprogramm, kunstpädagogische Angebote für Schulklassen, Sonderführungen und Diskussionsrunden.
Weitere Informationen zur aktuellen Ausstellung, dem kunstpädagogischen Begleitprogramm und Führungstermine gibt es unter Telefon 0 80 31/36 51 44 7 oder im Internet und staedtische-galerie@rosenheim.de.

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