Verbunderweiterung mit dem MVV

23.07.2019 • Aktuelles, Kurznachrichten

Landkreis Rosenheim beteiligt sich an Studie

Der Landkreis Rosenheim will prüfen lassen, welche Auswirkungen es hätte, den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) um den Landkreis zu erweitern. Der Kreisausschuss beschloss einstimmig, dass sich der Landkreis über die Rosenheimer Verkehrsgesellschaft an einer Grundlagenstudie beteiligt. Diese Studie soll klären, welche verkehrsrechtlichen Verflechtungen es gibt, wo Handlungsbedarf besteht, welche rechtlichen und organisatorischen Schritte für eine Verbunderweiterung nötige wären und welchen Kosten bei einer Integration des Öffentlichen Personennahverkehrs in den MVV-Tarifraum entstehen.

Wie Alexandra Burgmaier von der SPD sagte, wäre es ein großer Vorteil für alle Pendler, wenn der Landkreis bei diesem Verbund dabei wäre. Auch Felix Schwaller, CSU, befürwortete den Antrag. „Der Verkehr auf der Autobahn bricht fast zusammen. Es gibt kaum Parkplätze. Darum gibt es keine Alternative als auf die Schiene“, so Schwaller.

Hintergrund ist die Zielsetzung der Bayerischen Staatsregierung, den gesamten Freistaat mit Verkehrsverbünden abzudecken. Letztlich soll es landesweit nicht mehr als zehn bis zwölf Verbünde geben. Da es diese Anzahl bereits heute in etwa gibt, wird eine Erweiterung der bestehenden Verbünde angestrebt.
Eine Anbindung an den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund ist auch deshalb naheliegend, weil viele Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis täglich nach München pendeln sowie viele Münchnerinnen und Münchner ihren Arbeitsplatz in der Region haben.

Bereits vor zehn Jahren wurden die Auswirkungen einer Übernahme des MVV-Tarifs auf die Bahnstrecken im Landkreis Rosenheim abgeschätzt. Damals wurde errechnet, dass die sogenannten Durchtarifierung- und Harmonisierungsverluste jährlich mit vier Millionen Euro ausgeglichen werden müssten.

Da der Freistaat Ausgleichszahlungen für den Schienenbereich bisher immer ablehnte, setzte der Landkreis Rosenheim nur die Einbindung des „Filzen-Express“, also der Zugstrecke Wasserburg – Ebersberg – Grafing, in den MVV-Tarif um. Nur diese eine Strecke kostet den Landkreis jährlich rund 200 000 Euro.
Angesichts der zunehmenden Bedeutung des Öffentlichen Personennahverkehrs scheint der Freistaat jetzt bereit zu sein, erstmals einen Ausgleich für den Schienenverkehr zumindest in Erwägung zu ziehen. Um herauszufinden, von welchen Summen die Rede ist, unterstützt auch das Bayerische Bauministerium die Grundlagenstudie.

Eine Vorentscheidung über die künftige Entwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs ist mit der Beteiligung an der Grundlagenstudie nicht verbunden. Neben dem Beitritt in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund bleiben dem Landkreis alternativ regionale Lösungen im eigenen Nahverkehrsraum oder im Verbund mit den Nachbarlandkreisen.

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