Unsere Welt braucht Kunst

21.11.2017 • Aktuelles, Kultur, Lk Rosenheim

Landkreis Rosenheim verlieh Kulturpreise 2017/Festakt im Rathaussaal von Wasserburg

Die international gefragte Bildhauerin Ute Lechner ist mit dem Kulturpreis 2017 des Landkreises Rosenheim ausgezeichnet worden. Im historischen Rathaussaal von Wasserburg ehrte Landrat Wolfgang Berthaler zudem die Hackbrettspielerin Johanna Trifellner und die Rockband Tilda mit dem Kulturförderpreis sowie die Gebirgstrachtenerhaltungsvereine Eichenlaub Schönau und Achentaler Rohrdorf mit dem Kultursonderpreis. Die Laudationes hielt der Kulturreferent des Landkreises, Christoph Maier-Gehring.

Zu Beginn des kurzweiligen Abends sagte Landrat Berthaler: „Es macht einen immer stolz, einem Landkreis vorstehen zu dürfen, in dem die Kultur so vielfältig ist.“ Positiv vermerkte der Landrat zudem, dass die Preisträger aus allen Regionen des Landkreises kommen. Wasserburgs Bürgermeister stellte zu Beginn den historischen Rathaussaal vor: „Er ist bestens geeignet für eine Kulturpreisverleihung. Ein echter Festsaal, der auch als solcher konzipiert worden war.“ Angesichts der Riege der Preisträger meinte Kölbl „wir werden auch in Zukunft noch genügend Kulturpreisträger haben. Sowohl der Wasserburger Bürgermeister als auch der Landrat lobten die Kulturpreisträgerin Ute Lechner. „Sie gehört sicher zu den renommiertesten Künstlerinnen in der Region“, so Berthaler und Kölbl sagte „Sie ist eng mit Wasserburg verbunden. Ihre Kunstwerke stehen überall im städtischen Raum oder im Umfeld der Stadt.“

Bei Ute Lechners Werken schwärmte Maier-Gehring von einer sehr sinnlichen Kunst. Insbesondere meinte er damit ihre Figuren, die rätselhaft zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion wechseln: „Immer wieder möchte man sie betrachten, anfassen, streicheln und ihr Geheimnis erspüren.“ Als einen wichtigen Schwerpunkt im Schaffen Ute Lechners beschrieb der Kulturreferent zudem Kugeln in allen erdenklichen Größen aus Eisenguss, Aluminiumbronze oder hochglänzendem Messing. Da manchmal Schweißnähte nicht weggeschliffen werden, die Oberflächen rau sind oder die Kugeln Dellen, Narben oder Einschnitte haben, vermutet Maier-Gehring, dass sie metaphorisch für die Erde stehen, die eben auch keine vollkommende Kugel sei.

Die Geehrte selbst ließ in ihren Dankesworten einen kleinen Blick in ihr Seelenleben zu. „Am liebsten würde ich mich bei jedem einzelnen von ihnen bedanken. Bis hierher war es ein langer Weg, es war nicht immer einfach. Ich freue mich sehr über den Preis. Es ist nicht selbstverständlich, dass Frauenkunst geehrt wird.“ Ute Lechner war sehr bewegt, vor allem als sie an ihren erst kürzlich verstorbenen Ehemann erinnerte. Am Ende rief sie aus: „Unsere Welt braucht Kunst.“

In der Kategorie Kulturförderpreis sagte der Kulturreferent des Landkreises den Preisträgern eine vielversprechende musikalische Zukunft voraus. Die 17-jährige Johanna Trifellner aus Bad Endorf bewies live auf der Bühne, dass man auf dem eher aus der Volksmusik bekannten Hackbrett auch klassische Musik spielen kann. Die junge Dame hatte unter anderem die Konzertstudie „Hangversenytanulmany“ des ungarischen Komponisten Geza Allaga zum Besten gegeben.

Mit „Old-School-Rock“ präsentierten die zweiten Kulturförderpreisträger eine ganz andere Art von Musik. Als eine Retrospektive auf Classic Rock, Blues, Pop, Country und Folk beschreiben die Fünf von Tilda selbst ihren Musikstil. Tilda, das sind Florian, Simon und Marinus Aß aus Rimsting sowie Matthias und Florian Micklitz aus Prien. Sie kennen sich seit Kindesbeinen, besuchten allesamt das Ludwig-Thoma-Gymnasium und die Musikschule in Prien. Tilda gründeten sie im Frühsommer 2013. Im Wissen um ihren ganz ähnlichen Musikgeschmack, wollten sie etwas Neues ausprobieren. Zuvor waren alle in anderen Bands aktiv.

Mit dem Kultursonderpreis ehrte der Landkreis Rosenheim heuer zwei Theaterproduktionen. Zum einen das Freilichtspiel „Madam Bäuerin“ der Theatergruppe des Gebirgstrachtenerhaltungsvereins Achentaler Rohrdorf und zum anderen das „Schönauer Krippenspiel“, für das der Gebirgstrachtenerhaltungsverein Eichenlaub Schönau verantwortlich zeichnete.
Genauso wie die Schönauer präsentierten auch die Rohrdorfer einen Ausschnitt aus ihrer Aufführung. In „Madam Bäuerin“, das nach dem gleichnamigen Roman der bayerischen Schriftstellerin Lena Christ entstand, wird die nicht immer problemlose Lebenswirklichkeit in einem bayerischen Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzählt.

Der Landkreis Rosenheim vergibt die Kulturpreise jährlich, um Bürgerinnen und Bürger oder Gruppen zu ehren, die sich besondere Verdienste um die Kultur im Landkreis erworben haben. Der Kulturpreis ist mit 5000 Euro dotiert, der Kulturförderpreis mit je 2500 Euro und der Kultur-sonderpreis mit je 1500 Euro.

Related Posts

Comments are closed.

« »