Referent Prof. Dr. Frank-Michael Köhn aus München (links) und Oberarzt Dr. Roland Weber vom RoMed Klinikum Rosenheim.

Ungewollt kinderlos?

02.02.2016 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Endokrinologischer Workshop am RoMed Klinikum Rosenheim

Ungewollt kinderlos? Woran das liegen kann wurde beim endokrinologischen Workshop diskutiert. Eingeladen hatten zu diesem Thema Chefarzt Dr. Helmut Huff und Oberarzt Dr. Roland Weber von der Medizinischen Klinik II, Schwerpunkt Endokrinologie und Schilddrüse am RoMed Klinikum Rosenheim.
Dass der Grund eines unerfüllten Kinderwunsches in rund 40 Prozent der Fälle beim Mann liegt, dürfte überraschen. Für Störungen der Fruchtbarkeit (Fertilität) beim Mann gibt es viele Ursachen, wie zum Beispiel bestimmte Medikamente, Lebensstil, Erkrankungen von Organen oder auch Genussgifte. Dazu referierte der Androloge, Allergologe und Hautarzt Prof. Dr. Frank-Michael Köhn aus München und erklärte: „Mehr als 43 Prozent der 20- bis 49-jährigen sind kinderlos, obwohl etwa drei Viertel davon gerne Kinder hätten.“ Eine umfassende fachärztliche Abklärung ist deshalb auch dem Mann bei unerfülltem Kinderwunsch dringend zu empfehlen.

Bekannt ist, dass Rauchen zu Einschränkungen der Fertilität führen kann. Weniger bekannt ist dagegen, dass eine rauchende Schwangere die Fruchtbarkeit ihres ungeborenen (männlichen) Kindes aufs Spiel setzt. Weitere negative Auswirkungen auf die Fertilität sind Übergewicht, Stress, starker Alkoholkonsum und Medikamente wie z. B. Testosteron, Anabolika, die möglicherweise versteckt in Proteinshakes zum Muskelaufbau enthalten sind. Eine Beeinflussung der Fruchtbarkeit durch Strahlung von Handys und Elektrosmog lässt sich nach derzeitiger Studienlage nicht belegen. Auch wurde versucht, Einflüsse der Ernährung auf die Zeugungsfähigkeit des Mannes so gut wie möglich herauszuarbeiten: so scheint Koffeinkonsum unerheblich. Positive Einflüsse haben z. B. Milchprodukte mit einem niedrigen Fettgehalt. Problematisch aber könnten behandelte Früchte oder Gemüse wegen diverser Pestizidbelastungen sein. Sport verbessert die Fertilität. Aber auch genetische Ursachen können für Fertilitätsstörungen verantwortlich sein. „Wichtig ist eine enge Zusammenarbeit von Hausärzten und Spezialisten, um die Patienten bestmöglich behandeln zu können“, betonte Prof. Dr. Köhn.

Beim anschließenden Imbiss tauschten sich Gastgeber, Referent und die interessierten Zuhörer noch rege aus.

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