Trend trotzt Tradition

13.11.2018 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Die Gestalt der Friedhöfe wandelt sich auch in Rosenheim

„Dass man lebt, ist Zufall; dass man stirbt, ist gewiss.“ So formulierte der Schriftsteller Erich Kästner die Unausweichlichkeit des Todes für einen jeden von uns. Wie eine Gesellschaft mit Sterben, Trauer und Bestattung umgeht, ist allerdings sehr unterschiedlich.

In Deutschland sind die Bestattungsregeln sehr strikt. Die Asche eines Verstorbenen auf dem „Heiligen Rasen“ seines Lieblingsfußballklubs verstreuen zu lassen oder hinter der Torlinie zu beerdigen, wie es etwa in Großbritannien möglich ist, wäre hierzulande undenkbar. Trotzdem sprechen die Experten derzeit von einem drastischen Wandel in der bundesdeutschen Bestattungskultur und aktuelle Studien belegen dies eindrücklich. Sie sprechen von einer deutlichen Entwicklung zu „Indvidualisierung und Billigangeboten“. „Generell geht der Trend zur Wahl einer Feuerbestattung, womit neue Möglichkeiten der Beisetzung in Urnengräbern, Grabeskirchen oder Waldarealen gegeben sind. Dem Wunsch nach Pflegefreiheit der Grabfläche wird durch sogenannte pflegefreie Gemeinschaft-Grabanlagen zunehmend Rechnung getragen“, fasst es das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur zusammen. Und es stellt fest: „Die Gestalt unserer Friedhöfe wird sich in den nächsten Jahren verändern.“

Spürbar ist diese Entwicklung auch auf den Rosenheimer Friedhöfen (Hauptfriedhof, Friedhöfe in Aising und Fürstätt), auf denen jährlich rund 500 Beisetzungen stattfinden. Seit Jahren sind davon rund ein Drittel reine Sargbegräbnisse, zwei Drittel entfallen auf Urnenbestattungen in Urnenerdgräbern, im Kolumbarium oder in einer Urnenwand.

„Die traditionelle Erdbestattung im Sarg ist auch in Rosenheim rückläufig. Diese Tendenz hat mehrere Ursachen. Bereits seit Jahren geht der Trend weg von der Erd- hin zur Feuerbestattung oder zu alternativen Bestattungsformen außerhalb klassischer Friedhofsmauern.
Auch das Nutzungsverhalten hat sich gewandelt. Früher wurden viele Grabstätten oft über mehrere Generationen von einer Familie genutzt. Heute werden Grabstellen oft schon nach Ablauf der Mindestauflaufzeit (in Rosenheim zehn Jahre oder 15 Jahre, abhängig vom Friedhof) wieder aufgelöst. Grabverlängerungen sind in Rosenheim auch für zwei oder fünf Jahre verlängerbar“, so der stellvertretende Pressesprecher Christian Schwalm. Die Stadt Rosenheim habe sich auf diese veränderte Lage eingestellt: „Das Angebot an Urnengrabstellen wurde bereits in den letzten Jahren in den Friedhöfen in Rosenheim und Aising erweitert. Mit dem Neuerlass der Rosenheimer Friedhofssatzung ist es seit 2018 zudem nun auch möglich, auf den Grabfeldern im alten Teil des Rosenheimer Friedhofs Urnen-Erdbestattungen durchzuführen.

Weiterhin plant die Stadt zunächst im Friedhof Aising und bei weiterem Bedarf auch im Städtischen Friedhof Rosenheim das Angebot alternativer Bestattungsformen.“

Im Landkreis Rosenheim gibt es übrigens die Möglichkeit, sich auf dem Friedhof Derndorf zwischen Bad Feilnbach und Litzldorf an einen Rosenstock beisetzen zu lassen. Das Gelände ist als Gartenanlage mit Grünfläche und Rosen gestaltet und bedarf keiner Grabpflege des Hinterbliebenen. Wer seinen Angehörigen in einem Friedwald bestatten lassen will, der kann Angebote in Schwaben oder Nordbayern nutzen. Zu diesen und anderen alternativen Formen wie See- oder Luftbestattung im Ausland, gibt es bei den Bestattungsunternehmen in der Region ausführliche Informationen. ff

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