Theaterjubiläum in Bad Endorf

28.04.2015 • Aktuelles, Kurznachrichten

Lebensgeschichte der heiligen Teresa von Ávila

Zum 225. Mal hebt sich am Pfingstmontag der Vorhang im drittältesten Theater Bayerns. Bis zum 28. Juni können die Zuschauer dort erstmals die Lebensgeschichte der heiligen Teresa von Ávila erleben, die 2015 ihren 500. Geburtstag feiert.
Geschrieben wurde das Stück von Paula Aiblinger, einer langjährigen Hauptdarstellerin, die das Endorfer Theater wie ihre Westentasche kennt. In Zwischenszenen verkörpert die Autorin selbst ihre Protagonistin, während in den eigentlichen Spielszenen Christine Roßmy die Hauptrolle übernimmt. Julia Strobl spielt Teresa von Ávila als Kind.
Das älteste Stück im Archiv der altehrwürdigen Bühne trägt den Titel „Thraurige Vorstellung des Erschrecklichen Jingsten Gerichts“ und wurde 1790 auf einer Wiese im Ortsteil Teisenham aufgeführt. Seitdem hat sich vieles verändert. Die Furcht vor dem Fegefeuer und der Strafe Gottes wich kritischem Hinterfragen der dargestellten Heiligenfiguren und den immer höheren Ansprüchen der Zuschauer.

Um den Anforderungen der Neuzeit gerecht zu werden, ist die Bad Endorfer Theatergesellschaft gezwungen ältere vorhandene Stücke umzuschreiben oder komplett neue Aufführungen zu entwickeln – wie im Fall der Teresa von Ávila, deren Lebensgeschichte noch nie in ein Bühnenstück gepackt wurde.

Nachdem im letzten Jahr bereits die Licht- und Tonanlage ersetzt wurde, entschloss sich die Theatergesellschaft heuer zur Renovierung der Außenfassade sowie diversen Reparaturen im Innenbereich, von denen Zuschauer und Spieler gleichermaßen profitieren.

Noch etwas hat sich mit der Zeit verändert: Während die echten Heiligen ihr gutes Werk nur unter Selbstkasteiung und Mühsal bewirken konnten und am Ende die Qualen des Martyriums erlitten, verbinden die Bad Endorfer Nachbauten soziale Taten mit Genuss. Schon seit einigen Jahren bieten sie Besuchern des religiösen Spiels Brot, Wein und andere Leckereien an und bitten dabei um eine kleine Spende. Beim Jubiläumsstück 2015 erhalten die Zuschauer einen von der Bäckerei Miedl produzierten spanischen Mandelkuchen in Herzform. Das gesammelte Spendengeld erhält nach der letzten Aufführung der Irmengardhof in Gstadt am Chiemsee, eine Einrichtung, die sich um krebskranke Kinder und ihre Familien kümmert.

Karten für die aufwendige Inszenierung Teresa von Ávila erhält man im Vorverkauf auf www.theater-endorf.de oder unter der Telefonnummer 0 80 53/37  43.

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