Bei der Pressekonferenz wurden die verschiedenen Aspekte nochmals beleuchtet, von links: Ali Raza, Professor Dr. Christian Pfeiffer, Britta Promann und Silvio Gödickmeier.

Teilhabe fördert

03.07.2018 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Fachtag „Flüchtlinge integrieren von Startklar Soziale Arbeit

Am Fachtag „Flüchtlinge integrieren. Wann, wenn nicht jetzt?“ von Startklar Soziale Arbeit haben der Kriminologe Professor Dr. Christian Pfeiffer, die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Mechthilde Wittmann, MdL, Britta Promann, SPD-Landtagskandidatin für Rosenheim Ost, Dr. David Schiefer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Sachverständigenrates deutscher Stiftungen für Integration und Migration sowie der Soziologe Fahim Sobat und die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Dr. Nicole Cujai die wichtigsten Gelingfaktoren für Integration diskutiert.
Im Rosenheimer Ballhaus erläuterte Christian Pfeiffer die Ergebnisse seiner bekannten Studie „Flüchtlinge als Täter und Opfer“ und warnte eindringlich davor, voreilige Schlüsse aus seinen Erhebungen zu ziehen. „Wir wissen, dass eine schlechte Aufenthaltsperspektive und ein Fehlen der Frauen unter den Geflüchteten Gewalttaten begünstigt“, erklärt Pfeiffer den rund 150 Tagungsgästen und fordert aus kriminologischer Sicht eine schnelle Klärung der Bleibeverhältnisse und wenn nötig, auch eine schnelle Abschiebung sowie die Möglichkeit des Familiennachzugs und Maßnahmen zur Förderung von Teilhabe, die möglichst auf die Bedarfe der einzelnen Flüchtlinge zugeschnitten sind.

Diesen persönlichen Bedarf zu bestimmen, dafür setzen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Startklar Soziale Arbeit gGmbH ein. Seit über zehn Jahren arbeitet der freie Jugendhilfeträger mit Flüchtlingen und Migranten in Südostbayern. In Stadt und Landkreis Rosenheim unterhält Startklar Oberbayern vier Wohngruppen sowie ein Wohnprojekt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und ein Gemeinschaftshaus für junge Erwachsene, das bei den Sozialarbeitern als Erfolgsmodell gilt. Darüber hinaus betreut Startklar Flüchtlingsfamilien mit den Flexiblen Hilfen. „Unsere lange Erfahrung hilft uns, das Wesentliche im Auge zu behalten, nämlich die soziale Integration von Menschen. Mit dem Fachtag wollen wir die Flüchtlingsdiskussion wieder versachlichen und haben konkrete Maßnahmen entwickelt, die die Integration fördern und den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft sichern sollen“, erklärt Silvio Gödickmeier, Geschäftsführer von Startklar Soziale Arbeit Oberbayern, und präsentiert ein Positionspapier mit konkreten Handlungsanweisungen für die Lebensbereiche Arbeit, Bildung, Wohnen und Freizeit. Ein persönliches Gesicht bekam die Diskussion durch den 26-jährigen Ali Raza. Seit vier Jahren lebt der Pakistani in Bayern und absolviert seit Anfang des Jahres eine Ausbildung als Bürokaufmann bei Startklar Soziale Arbeit in Freilassing. Neben seiner Ausbildung trainiert der sportliche junge Mann eine Kricketmannschaft, besucht Deutschkurse und hilft im Patenprojekt der Stadt Freilassing mit. Aus eigener Erfahrung weiß er wie wichtig ein Ausbildungsplatz, ein geeigneter Wohnraum und die Begegnung mit anderen Menschen sind.

Tänzerinnen der Ballettschule Atelier Danse setzten den Artikel 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ in ein berührendes und energiegeladenes Modernstück um.

In einer anschließenden Pressekonferenz, an der die Integrationsbeauftragte der Staatsregierung Mechthilde Wittmann aus Termingründen nicht mehr teilnahm, wurde das Diskussionsthema nochmals beleuchtet und die Standpunkte zusammengefasst. Mit dem Fachtag, so Silvio Gödickmeier, Geschäftsführer von Startklar Soziale Arbeit Oberbayern, wolle man die Flüchtlingsdiskussion wieder versachlichen. Dazu präsentierte er ein Positionspapier, mit dem man als Jugendhilfeträger konkrete Handlungsimpulse für die wesentlichen Lebensbereiche wie Arbeit, Freizeit, Wohnen und Bildung geben möchte. „Integration muss gelingen!“, so Silvio Gödickmeier. Gemeinsam könne man die Angst vor dem Fremden in Akzeptanz verwandeln.

Die Landtagskandidatin der SPD, Britta Promann, berichtete aus ihrer Erfahrung als Beschäftigte bei der Arbeiterwohlfahrt. Sie stellte fest, dass oftmals Vorbehalte genau dort entstehen, wo es keinen persönlichen Kontakt mit geflüchteten Personen gibt und appellierte daran, sich besser kennenzulernen. In den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt lege man außerdem großen Wert darauf, nicht nur die Kinder in den Tageseinrichtungen zu integrieren, sondern auch deren Mütter miteinzubinden. Sie stimmte Professor Christian Pfeiffer zu: „Gelungene Integration ist vernünftig für alle Beteiligten!“

Auf die deutliche Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung und den tatsächlichen Zahlen der Kriminalstatistik machte Professor Dr. Christian Pfeiffer aufmerksam. So seien die Gewalt- und Jugendkriminalität gesunken, ebenso wie die Zahlen der Delikte von Flüchtlingen. „Es hat sich ausbezahlt, dass wir die Menschen, die zu uns gekommen sind, ehren- und hauptamtlich besser betreut haben. Die Arbeit von Organisationen wie Startklar ist schlicht und ergreifend effektive und praktische Kriminalprävention!“

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