Dreidimensionale Karte einer Verteilung Dunkler Materie anhand von Messergebnissen mittels Gravitationslinseneffekts des Hubble-Weltraumteleskops.

Auf der Suche nach der Dunklen Materie

20.03.2018 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Vortrag an der Sternwarte Rosenheim am 28. März

Kurz nach dem deutschlandweiten Astronomietag am 24. März, macht sich im Rahmen des Öffentlichen Astronomischen Kolloquiums der Sternwarte Rosenheim am 28. März Dr. Raimund Strauß (Max-Planck-Institut für Physik, München) auf die Suche nach der Dunklen Materie. Der Vortrag beginnt um 19 Uhr und findet im Hörsaal B 0.23 statt.
Beobachtungen von Astronomen in Galaxien und Galaxienhaufen haben ergeben, dass es eine neue Art von Materie geben muss, welche die Masse der bisher bekannten Materie bei Weitem übersteigt. Sie macht sich nur über ihre Schwerkraftwirkung bemerkbar und leuchtet nicht – eine Eigenschaft, die ihr den Namen „Dunkle Materie“ eingebracht hat. Bislang ist es jedoch noch nicht gelungen, diese rätselhafte Materieform auch auf der Erde in Experimenten nachzuweisen, denn sie hat wohl nichts mit den „normalen“ Atomen und Molekülen zu tun, die unsere Umwelt bestimmen. Licht ins Dunkel möchte Dr. Raimund Strauß in seinem Vortrag bringen – der Wissenschaftler ist am Untergrundlabor-Experiment CRESST im Gran Sasso Tunnel in Italien beteiligt und wird in seinem Vortrag auf Methoden eingehen, mit denen versucht wird, Dunkle Materie auf der Erde nachzuweisen.

Eine Möglichkeit besteht darin, dass sich hinter der Dunklen Materie eine neue Teilchenart verbirgt, die von Teilchenphysikern WIMPs („Weakly Interacting Massive Particles“) genannt werden; Teilchen, die massereich sind und nur über die gravitative und die schwache Kraft wechselwirken. Motiviert durch die Entdeckungen der Astronomen, machen sich Teilchenphysiker daran, die Dunkle Materie auch direkt auf der Erde nachzuweisen. Hierbei gibt es verschiedene Methoden, wobei im Vortrag besonders auf das Untergrundlabor-Experiment CRESST im Gran Sasso Tunnel eingegangen wird.

Kosmologen haben in den letzten beiden Jahrzehnten herausgefunden, dass die normale Materie, die wir kennen, nur fünf Prozent der Gesamtmasse des Weltalls ausmacht. Die „Dunkle Materie“ macht 27 Prozent der Masse aus und die noch geheimnisvollere „Dunkle Energie“ sogar 68 Prozent. Das Verständnis der dunklen Materie würde also diese ungelösten dunklen Rätsel des Universums immerhin teilweise lösen.

Neben dem Astro-Vortrag mit Dr. Raimund Strauß am Mittwoch, 28. März, finden außerdem bereits am Samstag, 24. März, im Rahmen des Astronomietages 2018 von 19 bis 21 Uhr Sonderführungen in der Sternwarte statt. Bei schlechtem Wetter hält Prof. Dr. Elmar Junker um 19.30 Uhr im Raum E 0.02 einen Vortrag zum Thema „Das Leben der Sterne: Von der Wiege bis zur Bahre“.

Mehr Informationen zur Sternwarte gibt es unter www.sternwarte-rosenheim. de.

 

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