Der tschechische Grafiker, Dichter und Übersetzer Bohuslav Reynek. Foto: re

„Aus der Stille heraus“

04.04.2017 • Aktuelles, Kultur, Stadt Rosenheim

Bilder von Bohuslav Reynek in Rosenheim

Bohuslav Reynek (1892 bis 1971) gilt als einer der bedeutendsten tschechischen Grafiker. Zudem war er auch Dichter und Übersetzer. In der Tschechei eine geachtete Persönlichkeit, ist hierzulande dieser Intellektuelle, der zur Zeit des kommunistischen Regimes Ausstellungsverbot hatte, weitgehend unbekannt. Die „Kleine Werkraumgalerie“ in Rosenheim wird ab Samstag, 8. April, die Ausstellung „Aus der Stille heraus“ berührende Bilder des tschechischen Altmeister zur Passion zeigen. Ihre Bildsprache ähnelt den Werken von Alfred Kubin und Marc Chagall.

Reynek lebte auf dem Gutshof Petrkov zwischen Prag und Brünn. In jungen Jahren übersetzte er deutsche und französische Litereatur und schrieb Gedichte. Bedeutend waren seine Übersetzungen der Gedichte von Georg Trakl und Rainer Maria Rilke. 1928 heiratete er in Grenoble die Dichterin Suzanne Renaud und lebte dort bis 1934.

1948 wurde das Gut Petrkov verstaatlicht, Reynek arbeitete in der Kolchose bis 1957 als Knecht. In dieser Zeit entstanden die meisten grafischen Werke; bis 1971 rund 600 Bilder. 1960 kamen erste Bewunderer des öffentlichkeitsscheuen Künstlers nach Petrkov. 1966 machte eine Ausstellung in Prag ihn erstmals weiteren Kreisen bekannt. 40 Jahre nach seinem Tod gab es 2011 in Prag eine Reynek-Retrospektive. Reiner Kunze übersetzte in den 1960er-Jahren Reyneks Gedichte ins Deutsche.
Die Ausstellung ist die dritte einer tschechisch-deutschen Kunstprojektreihe Rosenheimer und tschechischer Künstler. Die Vernissage in der Heilig-Geist-Straße 4/I findet am Freitag, 7. April, um 19 Uhr statt.

Die Ausstellung ist dienstags bis samstags von 16 bis 20 Uhr oder nach Vereinbarung unter den Telefonnummern 0 80 31/3 22 41 und 90 71 18 sowie 01 74/5 18 62 74 geöffnet und wird bis 28. April gezeigt.

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