Sprengungen am Wendelstein

13.12.2016 • Aktuelles, Kurznachrichten

Tagung der Lawinenkommissionen des Landkreises

Einmal im Jahr treffen sich die drei ehrenamtlichen Lawinenkommissionen des Landkreises Rosenheim, um Bilanz zu ziehen. Im vergangenen Winter hatten sie relativ wenig zu tun. Es gab meist wenig Schnee und so meinte dann auch Hans Konetschny, der Leiter des Lawinenwarn-dienstes Bayern, der Winter war harmlos.

Auch wenn es relativ ruhig war, bedankte sich Landrat Wolfgang Berthaler für die ehrenamtliche Tätigkeit in den Lawinenkommissionen: „Ihr seid in eurer Freizeit für das Wohl aller unterwegs.“ Für den kommenden Winter wünschte der Landrat Gesundheit und wenig Einsätze.

Das jährliche Treffen der Lawinenkommissionen dient dem Erfahrungsaustausch und dem Rückblick auf den vergangenen Winter. Am Wendelstein setzten die Schneefälle sehr spät ein. Obwohl an der Messstation im Soin eine maximale Schneehöhe von 120 Zentimetern gemessen wurde, war nur an 22 Tagen Skibetrieb möglich. Die Lawinenkommission Brannenburg führte 35 Sprengungen durch. 26 davon betrafen die Trasse der Zahnradbahn und neun die Ostabfahrt. Die Lawinenkommission stellte keine außergewöhnlichen Lawinensituationen fest. Kaum Lawinengefahr herrschte auf der Kampenwand. Das Wetter im vergangenen Winter war wechselhaft, stürmisch und zu mild. Der Wind blies mit bis zu 130 Stundenkilometern und selbst auf 2000 Metern Höhe fiel Regen statt Schnee. Erst Ende Januar wurde das erste Schneeprofil erstellt und eine Schneehöhe von 57 Zentimetern gemessen. Bei der letzten Schneefeldmessung Anfang März waren es 108 Zentimeter. Die Lawinenkommission Aschau musste keine Sprengungen durchführen und keine Sperrungen vornehmen.

Auch im Zuständigkeitsbereich der Lawinenkommission Oberaudorf/Kiefersfelden, er umfasst Brünnstein, Trainsjoch, Traithen und Wildalpjoch, war der Winter nach einem kurzen Kälteeinbruch Ende November eher schneearm. Erst im März sorgte böiger und starker Wind für teils große Schneeverfrachtungen. Außergewöhnliche Lawinensituationen wurden aber nicht registriert. Gesprengt wurde nicht und eine Empfehlung, Gemeindestraßen zu sperren, war nicht erforderlich. Hans Konetschny, der Leiter des Lawinenwarndienstes Bayern, verzichtete diesmal auf einen Rückblick auf den vergangenen Winter in den Bayerischen Alpen. Stattdessen informierte er über die neuen Möglichkeiten, die auf der Homepage des Lawinenwarndienstes Bayern angeboten werden. Die Nutzer können jetzt auf die Daten von 20 automatischen Messstationen im bayerischen Alpenraum zugreifen. Zudem stehen Bilder von hochauflösenden Webcams zur Verfügung. Auf fünf mögliche Lawinengefahren, nämlich Neuschnee, Triebschnee, Altschnee, Nassschnee und Gleitschnee, wird mit international abgesprochenen Symbolen aufmerksam gemacht.

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