„Selbstheilung ist die Normalität

04.12.2018 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Fünfter Rosenheimer Suchthilfetag im Ku’Ko – mehr als 700 Teilnehmer

Der Andrang war riesig. Mehr als 700 Fachleute diskutierten im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum über neue Therapie- und Präventionsansätze aus den verschiedensten Bereichen der Suchthilfe.

Nach den Grüßen von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und den Grußworten von Bezirkstagspräsident Josef Mederer verfolgte ein Großteil der Gäste den Vortrag eines der renommiertesten Suchtforscher Deutschlands, Dr. Gallus Bischof von der Universität Lübeck. Die Ergebnisse seiner Forschungsgruppe stellen das bisherige Wissen über Suchterkrankungen größtenteils auf den Kopf. Die Ergebnisse sind eindeutig, nahezu zwei von drei Betroffenen Alkoholabhängigen überwinden die Sucht im Laufe ihres Lebens. Wird eine professionelle Beratung in Anspruch genommen, steigt die Heilungsquote nochmals um ein Vielfaches.
Das Konzept des Suchthilfetages hat sich mittlerweile eingespielt, in den insgesamt neun Vorträgen konnten sich die Besucher intensiv mit aktuellen Themen und Fragestellungen auseinandersetzten.

Der aus Zeitung und Fernsehen bekannte Journalist Dietmar Jazbinsek zählte ebenfalls zu den Toprednern des Tages, und gab einen Einblick in die Verflechtungen der Alkohol- und Tabakindustrie sowie dem professionellen Hilfesystem. Sein Fazit: Suchtmittel sind wichtige Wirtschaftsgüter und führen zu entsprechenden Lobbyinteressen auf vielen Seiten. Ebenfalls vor vielen staunenden Zuhörern eröffnete Thomas Pregler vom Bayerischen Landeskriminalamt Einblicke in die Welt des Internetdrogenhandels über das sogenannte Darknet. Darüber hinaus wurde über die Risiken und Nebenwirkungen der an sich gut gemeinten Suchtprävention referiert, von Schweizer Kollegen ein Einblick in die Angebote der Stadt Basel gegeben, über verschiedene Beratungs- und Therapieansätze sowie betrieblicher Gesundheitsförderung und Internetsucht informiert.

„Die breite Zielgruppe bestehend aus Therapeuten, Ärzten, Sozialarbeitern, Polizeibeamten und Lehrkräften hat deutlich gezeigt, dass psychische Erkrankungen und eben insbesondere die verschiedensten Ausprägungen von Süchten jeder Art bei vielen Kollegen ein wichtiges Thema sind. Das fachübergreifende Erarbeiten von Lösungswegen war bei der diesjährigen Veranstaltung deutlich zu erkennen“, so Ludwig Binder, Geschäftsführer von Neon.
Alle Vorträge können auf der Homepage von neon – Prävention und Suchthilfe zum Nachlesen eingesehen werden.

 

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