Seismograf für Stadt und Land

22.11.2016 • Aktuelles, Kultur, Nachrichten

Mit einem Anflug von Verwunderung stellte Bibliotheksleiterin Susanne Delp beim Festabend zum 20-jährigen Bestehen der Rosenheimer Stadtbibliothek am Salzstadel fest: „Selbst wir haben uns verändert!“ Aber so verwunderlich ist das gar nicht, hat sich doch in den letzten 20 Jahren generell sehr viel getan: „Manche Medien sind eingezogen, manche sind wieder ausgezogen“, formuliert es Delp bei ihrer kleinen Ansprache. Rund 700 Besucher verzeichnet die mehrfach ausgezeichnete Institution jeden Tag, und was die Bibliothekskunden so verlangen und diskutieren, das bringt das Team der Bücherei an den Puls der Zeit. „Wer erfahren will, was die Leute bewegt, der sollte bei uns nachfragen. Wir sind wie ein kleiner Seismograf für Stadt und Landkreis, dadurch, dass sich bei uns die unterschiedlichsten Menschen treffen“, so Delp.
Immer Neues bringt die Stadtbibliothek auch den Nutzern: den Renner der letzten Zeit, die E-Books, den Medienlieferdienst oder auch Projekte wie die „Mode aus Büchern“. Mit Veranstaltungen wie dem Open-Air-Kino oder dem kleinen Weihnachtsmarkt will man auch den Salzstadel ein Stück lebendiger machen.

Als Ehrengäste fanden sich zahlreiche Stadträte, Stadtdezernenten, Ehrenmitglieder, Buchpartner und Sponsoren aber auch langjährige Stammkunden in den Räumen am Salzstadel ein.
Anstatt der üblichen Grußworte gab es ein kurzes Interview von Delp mit Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer, Eleonore Dambach vom Förderverein der Bibliothek und Michael Sanetra, Leiter des Landesfachstelle des Sankt Michaelsbundes. Die Frage nach den prägenden Büchern wurde mit Bravour bewältigt und auch bei der Frage nach der Wichtigkeit einer öffentlichen Bibliothek mussten die drei nicht lange überlegen: Weil sie ein kultureller und interkultureller Treffpunkt sei, ein Ort der Begegnung, noch dazu einer mit der Beratung von asoluten Fachfrauen. Michael Sanetra nannte einen Grund, der häufig gar nicht mehr wahrgenommen wird: „Weil die Stadtbibliothek eine der wenigen Einrichtungen ist, die keinen kommerziellen Charakter hat“. Obwohl die Bücherei mit ihren vielen Kunden auch einen wirtschaftlichen Beitrag für das Quartier am Salzstadel leistet und das Stadtzentrum belebt.
Dass man an der „Bibliothek der Träume“ nah dran sei, ergaben die Antworten auf die letzte Frage: Gute Räume, fachkundiges Personal, eine riesige Auswahl verschiedenster Medien, all das ist schon vorhanden und eine großartige Basis für weitere erfolgreiche Jahre.  nu

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