Schuleinschreibung künftig im März

10.09.2019 • Aktuelles, Nachrichten

„Die Grundversorgung der Grund- und Mittelschulen mit Lehrkräften und Stunden zur Abdeckung des Pflichtunterrichtes ist gesichert“. Diese gute Nachricht stellte Schulamtsdirektor Edgar Müller an den Anfang des Pressegespräches, das jährlich zu Beginn des neuen Schuljahres stattfindet. Ein kleiner Wermutstropfen bleibe aber, so der Leiter des Schulamtes: Zwar stehe eine mobile Reserve an Lehrkräften für den absehbar hohen Vertretungsbedarf bereit, werde aber durch nötige Langzeitvertretungen, etwa durch Krankheiten oder Schwangerschaft, bereits von Anfang an geschwächt.

Der Blick auf die Statistiken zeigt, dass die meisten Daten ungefähr auf Vorjahresniveau liegen. In Stadt- und Landkreis Rosenheim besuchen im Schuljahr 2019/20 11 527 Kinder die Grundschule und 5500 die Mittelschule. Als sehr erfreuliche Entwicklung bezeichnete Edgar Müller, dass sich die durchschnittliche Klassenstärke nicht verändert habe: Im neuen Schuljahr lernen im Durchschnitt 20,97 Kinder gemeinsam in einer Grundschulklasse, bei den Mittelschulen liegt der Durchschnitt sogar bei 18,90 Schülerinnen und Schülern.
Einziger „Ausreißer“ in der Statistik ist die Zahl der Ersten Klassen, die sich im Vergleich zum letzten Schuljahr um acht verringert. Doch das sei leicht erklärbar. Die liege, so Schulamtsdirektor Müller, an dem neuen bayerischen „Einschulungskorridor“ für die zwischen 1. Juli und 30. September geborenen Kinder. Lag bisher die letztendliche Entscheidung über eine Zurückstellung bei der Schulleitung, zählt ab sofort der Elternwille. In diesem Schuljahr wurde diese Regelung für 359 Kinder, also 45 Prozent der innerhalb des „Einschulungskorridors“ geborenen Kinder in Anspruch genommen. Somit sank die Zahl der Erstklässler gegenüber dem Vorjahr. In diesem Zusammenhang kündigte Schulamtsdirektor Edgar Müller auch an, dass die Schuleinschreibung im kommenden Jahr auf März vorverlegt wird. Der Termin für die letztendliche Entscheidung der Eltern, Kinder, die zwischen 1. Juli und 30. September geboren worden sind, einschulen zu lassen, oder zurückzustellen, ist dann der 10. April.
Die intensive Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund in Deutschklassen und in verschiedenen Arten der Sprachförderung bleibe auch weiterhin eine wichtige Aufgabe, so Schulamtsdirektorin Angelika Elsner.
Mit viel Engagement aller Beteiligten werden im Bereich inklusiven Lernens viele erfolgreiche Projekte weitergeführt beziehungsweise eingeführt. Seit sechs beziehungsweise vier Jahren wird bereits die Heilpädagogische Förderung an den Grundschulen Halfing und Großkarolinenfeld umgesetzt. Dieses innovative Konzept der Jugendhilfe basiert auf Erfahrungen in den Heilpädagogischen Tagesstätten und Integrationshorten, setzt aber direkt an einer Grundschule an und strebt vor Ort mit Unterstützung von heilpädagogischen Fachkräften eine erfolgreiche Integration von Schülerinnen und Schülern an, die im sozial-emotionalen Bereich besondere Unterstützung benötigen, erläutert Schulrätin Marion Zoudlik. Diese Kinder besuchen eine Regelklasse und werden an den Grundschulen auch nachmittags vom Personal der Diakonie beziehungsweise Jugendhilfe betreut. Lehrkräfte der Schulen sind eng miteingebunden. Sehr froh sei man, so Edgar Müller, dass man an der Adolf-Rasp-Grundschule ab sofort diese Form der heilpädagogischen Förderung anbieten kann. Außerdem gibt es mit den Grundschulen Schönau, Rosenheim-Erlenau und Rosenheim-Prinzrentenstraße drei Grundschulen mit dem Profil „Inklusion“, außerdem haben die Mittelschule Wasserburg und neu zum Schuljahr 2019/20 die Mittelschule
Ostermünchen dieses Profil.
Pflichtfach
Informatik
Ein neues Pflichtfach steht für die Mittelschulen ab diesem Schuljahr auf dem Lehrplan, und zwar Informatik, das bisher bereits als Wahlfach angeboten wurde. Schulrat Markus Kinzelmann: „Im Rahmen der inhaltlichen Auseinandersetzung mit neuen Medien und deren Einsatz als digitales Werkzeug gewinnt die technologische Perspektive zunehmend an Bedeutung. Dieser Tatsache wird damit Rechnung getragen. Dazu gehöre allerdings auch die entsprechende Fortbildung der Lehrkräfte“, betont Edgar Müller. Alle Lehrerinnen und Lehrer an Grund- und Mittelschulen würden sich deshalb in fünf onlinegestützen Selbstlernkursen in dieses gründlich Thema einarbeiten. ff/Foto: Schlecker

Related Posts

Comments are closed.

« »