„Bajazzo und Il Tabarro“.

„Schein“ und „Sein“ beim Opernfestival

02.07.2014 • Aktuelles, Kultur, Lk Rosenheim

Bajazzo (Leoncavallo) und Il Tabarro (Puccini) auf Gut Immling

Was ist real, was erscheint in einem falschen Licht? Diese Frage stellt sich am kommenden Samstag, 5. Juli, um 19 Uhr im Rahmen des 18. Opernfestivals Gut Immling, wo unter der musikalischen Leitung von Cornelia von Kerssenbrock und der Regie von Verena von Kerssenbrock die gemeinsame Inszenierung der beiden Einakter Bajazzo (Leoncavallo) und Il Tabarro (Puccini) ihre Premiere feiert, die einen Abend voller musikalischer Faszinationen und Reize verspricht.

„Ridi Bajazzo“ – „Lache, Bajazzo“ – drückt den Schmerz des alternden Komödianten aus, als er gerade erfahren hat, dass seine junge, attraktive Frau ihn betrügt. Leoncavallos berühmteste Oper Bajazzo entzückt durch den Schmelz des großen italienischen Belcanto-Gesangs.

Der Komponist von La Bohème, Puccini, hat mit Il Tabarro ein Spätwerk geschaffen, in dem er mit sehnsuchtsvollen Melodien und meisterhaften Kantilenen Auszüge das Lebens auf einem Kahn auf der Seine darstellt.
Vergeblich erloschene Liebe auf der einen Seite, die Entwicklung einer erotischen Affäre auf der anderen – diese Beziehungen werden durch die tonmalerische musikalische Unterlegung Puccinis bei Il Tabarro fast filmisch umgesetzt.

Herzergreifend und dämonisch

Herzergreifende, effektvolle Melodien und nuancenreiche Arien machen die beiden Einakter um Rollenspiele, verblasste Liebe und überbordende Gefühle verletzter Männer furios und sehenswert.

Beide Werke verbindet der Kontrast der sich nach außen hin witzig und fröhlich gebenden Welt der grellen Zirkus- und Theater-Unterhaltung, die von den wahren Dramen im Inneren der Protagonisten überschattet wird – was am Ende übrig bleibt, sind nicht die Masken, die die Protagonisten in ihrem Alltag tragen, sondern die inneren Dämonen verzweifelter Männer, die in ihrem Wahnsinn mehrere Menschen töten.

Die Darstellung untergründiger Gefahr, die von Illusionen ausgeht und sich unaufhaltsam entlädt, ist ein zentrales Thema der Inszenierung, wie Regisseurin Verena von Kerssenbrock betont: „Ein kurzes Aufkeimen-lassen von Träumen verbindet die Figuren, doch im nächsten Augenblick sind sie wieder die Gehetzten, Gejagten, deren glühendes Verlangen zueinander nicht auffliegen darf. Träume sind gefährlich, vertiefen den Schmerz, blenden mit Illusionen.“

Weitere Aufführungen

Neben der Premiere am kommenden Samstag, 5. Juli, ist „Bajazzo und Il Tabarro“ an fünf weiteren Abenden im Rahmen des 18. Opernfestivals Gut Immling zu sehen nämlich an den beiden Sonntagen, 13. Juli und 3. August, jeweils um 18 Uhr, an den beiden Samstagen, 19. und 26. Juli, jeweils um 19 Uhr, sowie am Donnerstag, 7. august, um 19.30 Uhr.

Karten erhalten Sie über www.gut-immling.de sowie im Festivalbüro unter der Telefonnummer 0 80 55/9 03 40.

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