Schaden auf Rekordhöhe

30.10.2018 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Ladendiebe entwendeten 2017 im bayerischen Einzelhandel Waren im Wert von rund 345 Millionen Euro

Der Schaden durch Ladendiebe hat in Bayern eine neue Rekordhöhe erreicht. Nach Berechnungen des Handelsverbands Bayern (HBE) sind 2017 Waren im Wert von über 345 Millionen Euro gestohlen worden. HBE-Geschäftsführer Bernd Ohlmann: „Gut organisierte Banden schlagen immer häufiger zu. Da sind oft Profis am Werk, die auf Bestellung klauen.“ In Bayern wurden 2017 jeden Tag – rein statistisch – Waren im Wert von fast 950 000 Euro entwendet.

Zwar sind die angezeigten Ladendiebstähle in Bayern laut Kriminalpolizei um 5,9 Prozent auf 33 071 Fälle zurückgegangen. Doch diese Zahl sei trügerisch, so Ohlmann. „Alle Ladendiebstähle, die nicht aufgedeckt oder angezeigt werden, sind nicht enthalten. Die Dunkelziffer liegt immer noch bei über 90 Prozent.“ Bei Ladendieben am beliebtesten sind teure und leicht verstaubare Artikel. In Lebensmittelgeschäften und Drogerien werden insbesondere Rasierklingen, Parfüm, Tabakwaren und Kosmetik gestohlen. Im Elektronikhandel verschwinden bevorzugt CDs, Konsolenspiele und DVDs. In Modegeschäften lassen Langfinger hochwertige Markenbekleidung, Modeschmuck und T-Shirts mitgehen.

Die Methoden der Ladendiebe sind immer raffinierter geworden. So werden zum Beispiel Sicherheitssysteme am Ausgang mit verschiedenen Mitteln umgangen. Die Langfinger kommen dabei auf die ungewöhnlichsten Ideen und Tricks.
Damit die Sicherheitsvorkehrungen des Handels nicht überlistet werden können, investiert die Branche jedes Jahr über 270 Millionen Euro in Sicherungs- und Präventionsmaßnahmen.

Neben Mitarbeiterschulungen sind dies der Einsatz von Detektiven und Sicherheitspersonal oder die Videoüberwachung der Verkaufsräume.

Ohlmann: „Diese Kosten werden umgelegt und somit letztendlich von den ehrlichen Kunden bezahlt“.
Bestätigen kann diese Entwicklung auch das Unternehmen Media Markt. Eine Sprecherin wollte sich zwar zu weiteren Details und konkreten Zahlen nicht äußern. Doch sie stellt fest: „Wie generell im Handel, beobachten auch wir seit einigen Jahren eine Zunahme von Diebstählen bandenmäßig organisierter Täter. Kleinere Delikte sind hingegen eher rückläufig. Zur Sicherung der Ware in unseren Märkten ergreifen wir umfangreiche Maßnahmen – sichtbar wie beispielsweise durch sogenannte „Alarm Spider“, aber auch durch unsichtbare Diebstahlsicherungen. Zugleich setzen wir entsprechend geschultes Sicherheitspersonal in unseren Märkten ein.“  ff

 

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