Die Chorgemeinschaft Neubeuern heute.

Ein Rückblick voll Dankbarkeit

04.10.2017 • Aktuelles, Kultur, Lk Rosenheim

Die Chorgemeinschaft Neubeuern und Enoch zu Guttenberg feiern 50 gemeinsame Jahre

Als der junge Musikstudent Enoch zu Guttenberg im September 1967 eher zufällig nach Neubeuern kam, hatte er anderes im Sinn als womöglich einen Chor zu gründen oder hier Wurzeln zu schlagen. Auch die Musik musste er nicht nach Neubeuern bringen, die war schon da: eine Liedertafel, die 1907 gegründet worden war, musikalische Familien mit einer langen musikalischen Tradition in Gesang und Spiel. „Der Liebe wegen…“ – so heißt es immer in den Aufzeichnungen – sei er gekommen. Diese Liebe von damals ist vergangen, aber eine neue, ganz außergewöhnliche Liebe ist damals entstanden, die nun der Grund für ein ebenso außergewöhnliches Jubiläum ist: 50 Jahre Chorgemeinschaft Neubeuern und Enoch zu Guttenberg.

Chöre, die 50 Jahre und mehr bestehen, gibt es durchaus, aber die gesamte Zeit mit demselben Leiter dürfte ziemlich einmalig sein.

Mutig wurden damals neue Wege begangen, sogleich an einem Adventskonzert gearbeitet, und bereits 1969 der erste Auftritt in München in der Theatinerkirche mit großem Erfolg und Presseecho bestritten. Das erste Auslandskonzert war 1970 in Kufstein – das momentan letzte 2016 in der Carnegie Hall in New York. Dazwischen liegen ziemlich genau 600 gemeinsame Auftritte, Konzerte in allen wichtigen Sälen und bei den bedeutendsten Festivals in Europa, Tourneen in zahlreiche Länder, gemeinsame Auftritte mit allen namhaften Solisten der vergangenen Jahrzehnte, Preise und Auszeichnungen und Kritiken, die nur selten Schlechtes zu schreiben wussten.

Die Chorgemeinschaft Neubeuern entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Laienchöre Europas. Das alles sind die Fakten zum „Wunder Neubeuern“ – einst eine Schlagzeile in der Presse, die dann oft benutzt wurde.

Hinter diesem „Wunder“ stehen bis heute mehr als 300 Sängerinnen und Sänger, die unterschiedlich lange Mitglied im Chor waren, aktuell 85 aktive Mitglieder, von denen gut die Hälfte mehr als zehn Jahre, viele 20 Jahre und länger dabei sind. Von den 28 Gründungsmitgliedern singen drei noch immer mit.

Das „Wunder“ bedeutet unzählige Stunden Probenarbeit und damit verbrachte Freizeit, Vorbereitungen und Disziplin, die vom Aufwand Hochleistungssportlern gleichkommt. Aber auch ungewöhnliche Begegnungen, unübertroffene Feste, fröhliche Feiern und Zusammenhalt in schwierigen Situationen. Eben eine Liebe fürs Leben, eine Lebensfreundschaft, die vor 50 Jahren ohne große Erwartungen aber mit Freude am Tun begonnen hat, die nicht aufhört zu staunen und voll Dankbarkeit auf Erlebtes zurückblickt.

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