Robuster Arbeitsmarkt zum Herbstbeginn

04.10.2016 • Aktuelles, Kurznachrichten

Arbeitslosenquote bei 2,8 Prozent – weiterhin Vollbeschäftigung im Agenturbezirk Rosenheim

Wie zu dieser Jahreszeit üblich, ist im September die Zahl der Arbeitslosen zum Vormonat auf 8180 Personen gesunken, ein Minus von 160 Personen. Im Vergleich zum September 2015 sind es jedoch 200 Arbeitslose mehr.

Exakt auf Vorjahresniveau

Dazu die Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr. Nicole Cujai: „Mit dem Ende der Ferien kommen auch die meisten Personalentscheider zurück an ihren Arbeitsplatz und neue Mitarbeiter werden wieder verstärkt eingestellt. Aber auch viele junge Menschen, die mit einer Arbeitslosigkeit den Sommer überbrückt haben, knüpfen mit einem Studium, einer Ausbildung oder einem Arbeitgeberwechsel an ihre weiteren Karrierepläne an und melden sich bei uns ab“. Mit einer Quote von aktuell 2,8 Prozent liegt der Agenturbezirk Rosenheim exakt auf Vorjahresniveau.

Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit

Die Agenturleiterin weiter: „Betrachtet man die Septemberwerte im Detail, fallen drei wesentliche Dinge auf. Zunächst einmal freue ich mich über die positive Entwicklung beim Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit, das sind Personen mit einer Arbeitslosigkeit länger als zwölf Monate“. Hier waren zum Stichtag 12. September, 180 Arbeitslose weniger bei der Agentur gemeldet als zur gleichen Zeit des Vorjahres. „Bei den jungen Erwachsenen bis 25 Jahre verzeichnen wir mit aktuell 1170 Menschen ein beachtliches Minus von 110 Personen zum Vormonat, jedoch ist in diesem Personenkreis ein leichter Anstieg im Vergleich zum September 2015 (plus 140) festzustellen“ so Cujai.

Appell an Arbeitgeber

„An dieser Stelle möchte ich an die Arbeitgeber appellieren, ob bei Arbeits- wie auch bei Ausbildungsstellen vermeintlich Schwächeren eine Chance zu geben. Aufgrund schlechter Noten und Zeugnissen schaffen es manche Bewerber nicht bis zum Vorstellungsgespräch. In der Praxis zeigt sich aber häufig, dass für bestimmte Tätigkeiten Noten eher zweitrangig sind. Gerne können Sie über uns im Rahmen einer unkomplizierten Arbeitserprobung die Menschen in ihrem Betrieb kennenlernen und sehen, ob die Kandidaten zu Ihnen passen. Rufen Sie uns unter der kostenlosen Service-Nummer 08 00-4 55 55 20 an“. An die Bewerber gerichtet appelliert Cujai: „Bitte legen Sie bei Ihrer Berufswahl eine gewisse Flexibilität an den Tag und versteifen Sie sich nicht nur auf bestimmte Berufswünsche. Auch sollte eine Ausbildung einer Anlerntätigkeit vorgezogen werden, langfristig gesehen wird es sich bezahlt machen!“

„Wollen und Können“

Zur dritten Auffälligkeit im September äußert sich die Agenturchefin wie folgt: „Bei den ausländischen Arbeitslosen konnten wir mit aktuell 2170 Personen in unserem Bestand einen Zuwachs um 470 Arbeitslose mit ausländischen Wurzeln im Vergleich zum September des Vorjahres feststellen. Dass sich der Zulauf an geflüchteten Men-schen auch bei uns in der Betreuung bemerkbar macht, ist für uns keine große Überraschung. Positiv hervorzuheben ist, dass der überwiegende Teil der Menschen mit Fluchthintergrund so schnell wie möglich arbeiten möchte. Leider steht derzeit das Wollen und Können im Missverhältnis. Fehlende Sprachkenntnisse, unterschiedliche Arbeitsstandards sowie unzureichende Mobilität sind häufig Hinderungsgründe für eine schnelle Arbeitsaufnahme. Liebe Arbeitgeber, auch wenn die Integration eines geflüchteten Menschen beschwerlich erscheint und mehr Zeit in Anspruch nimmt, denken Sie bitte daran, dass es auch eine Chance ist, einen motivierten und loyalen Mitarbeiter zu gewinnen“.

Hohe Dynamik

Die hohe Dynamik auf dem regionalen Arbeitsmarkt macht sich zum Herbstbeginn vor allem in der Zahl der Ab- und Zugänge bemerkbar. Zum Stichtag haben sich in den Agenturen und Jobcentern des Agenturbezirks Rosenheim 2770 Personen neu oder wieder arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber stehen 2930 Arbeitslose, welche die Agentur verlassen haben. Dazu die Agenturleiterin: „Die Tatsache dass die Zahl der Abgänge mit 160 Personen über der Zahl der Neuankömmlinge liegt, unterstreicht auch weiterhin einen stark aufnahmefähigen Arbeitsmarkt in unserer Region“. Die Arbeitslosen werden abhängig von ihrem leistungsrechtlichen Anspruch nach Rechtskreisen im Sozialgesetzbuch III von den Agenturen für Arbeit oder den Jobcentern nach Sozialgesetzbuch II betreut. Dabei fielen im September 4480 Menschen in die Betreuung einer Agentur nach Rechtskreis SGB III, 3700 Arbeitslose bezogen SGB II-Leistungen durch die Jobcenter.

Großer Stellenbestand
Der Stellenbestand weist im September dieses Jahres den höchsten Wert seit 16 Jahren aus. Zum Stichtag haben die Arbeitsvermittler 3950 Stellenangebote gezählt, ein Plus von 240 Stellen zum Vorjahr. Darunter entfallen 3710 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote, welche zu einem Großteil aus den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen, Handel, verarbeitendes Gewerbe und Zeitarbeit stammen.
Stadt-Quote von 4,6 Prozent
Die Stadt Rosenheim weist im September eine Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent auf (0,1 Prozent weniger als im Vormonat). Derzeit sind insgesamt 1564 erwerbsfähige Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, fiel die Anzahl der Arbeitslosen um acht auf 629. Für 935 arbeitslose SGB II-Kunden ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2260 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1784 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Landkreis-Quote von 2,5 Prozent

Im Landkreis Rosenheim sind 3368 Personen arbeitslos gemeldet, was einer Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent entspricht. Von den Erwerbslosen sind 1873 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 115 weniger als im Vormonat. Darüber hinaus kümmert sich das Jobcenter Landkreis Rosenheim um 1495 arbeitslose SGB II-Kunden, sieben weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 3298 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2295 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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