Raumordnung abgeschlossen

02.02.2021 • Aktuelles, Kurznachrichten

Brenner Nordzulauf: Vier von fünf Trassen raumverträglich

Ein wichtiger Schritt ist gemacht: Nun stellte die Regierung von Oberbayern bei einer Pressekonferenz im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum (KU’KO) das Ergebnis des Raumordnungsverfahrens vor. Nun steht fest: vier von fünf Trassen sind aus Sicht der Behörde raumverträglich. Damit ist ein wichtiger Meilenstein zur Findung einer neuen Bahnstrecke zwischen Kiefersfelden und Tuntenhausen im Landkreis Rosenheim erreicht. „Das Ergebnis zeigt: Wir planen in die richtige Richtung“, kommentiert DB- Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier. „Jetzt richten wir den Blick auf die Trassenauswahl. Wir möchten nun zügig die insgesamt beste Trasse finden.“

In einigen Bereichen führt die Raumordnungsbehörde Hinweise und Maßgaben an. Dazu gehören unter anderem die Prüfung weiterer Tunnelanteile, Hinweise zum Schallschutz sowie eine möglichst flächensparende Gestaltung der Strecke. Ein Vergleich der Trassenvarianten untereinander erfolgte im Rahmen des Raumordnungsverfahrens nicht. Jede Variante wurde gesondert betrachtet. Eine Vorzugstrasse hat die Behörde nicht ermittelt. Die Deutsche Bahn wird die Maßgaben auswerten und in der weiteren Planung berücksichtigen. Die Raumordnung findet damit Eingang in das Trassenauswahlverfahren.
Die Varianten Türkis, Gelb, Oliv und Violett sind nach dem Ergebnis des Verfahrens raumverträglich. Die Variante Blau, die östlich des Inns lange Zeit oberirdisch verlaufen würde, wurde als einzige Trasse durch die Behörde als nicht raumverträglich eingestuft. Als Gründe wurden unter anderem die Beeinträchtigung von Siedlungsgebieten, Eingriffe in Natur und Landschaft und eine Zerschneidung von Erholungsräumen angeführt. „Es ist klar, dass Variante Blau vergleichsweise große Auswirkungen hat. Das war in den Dialogforen und vielen Gesprächen ein wichtiges Thema“, erklärt Matthias Neumaier. „Zu einer ergebnisoffenen Planung gehört es, alle Möglichkeiten zu betrachten. Das vorliegende Ergebnis werden wir nun auswerten. Es bringt unsere Planung insgesamt voran.
Das Trassenauswahlverfahren im Inntal und rund um Rosenheim soll im Frühjahr abgeschlossen sein. Bis dahin arbeiten die Planer mit Hochdruck an der fachlichen Planung und Beurteilung der Varianten. Hierbei wird ein gemeinsam mit den Menschen in der Region erarbeiteter Kriterienkatalog berücksichtigt. Ein unabhängiges Expertenteam begleitet diese Bewertung. Das Ergebnis wird die beste und eine für die Region verträgliche Trasse sein.
„Wir biegen auf die Zielgerade des Trassenauswahlverfahrens ein. Noch in diesem Frühjahr wollen wir die Vorschlagstrasse präsentieren. Damit schaffen wir Klarheit in der Region“, sagt Matthias Neumaier.

Die Landesplanerische Beurteilung als Ergebnis des Raumordnungsverfahrens ist auf der Website der Regierung von Oberbayern abrufbar.
Die 17 Bürgerinitiativen (BI) sowie Bauern mit 50 Traktoren waren vor Ort, um ihren Protest und ihre Positionen zu vertreten. „Die Vielzahl, der Umfang und die Schwere der Auflagen in den 177 Seiten der ‚Landesplanerischen Beurteilung‘ zeigen deutlich die Problematik dieser geplanten Baumaßnahme, aber auch die Mängel und Defizite der bisherigen Trassenplanung“, fasste Thomas Riedrich (Brennerdialog) die Ergebnisse zusammen. Sehr bedeutsam ist auch, dass die Notwendigkeit für den Bedarfsnachweis sowie eine fundierte Studie zum Ausbau der Bestandstrecke anerkannt wurde. Im Nachgang der Pressekonferenz lud Hubert Aiwanger dann Vertreter der Bürgerinitiativen zu einem Austausch ein und zeigte damit, dass eine direkte Bürgerbeteiligung wichtig ist. Hierbei bekräftigte Aiwanger, dass er die geforderte Studie zur Bestandstrecke mit Nachdruck unterstützen wird.

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