Public Viewing und Autokorso

18.06.2014 • Aktuelles, Nachrichten

Polizeipräsidium Oberbayern Süd rät: Spielregeln beachten

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien steht vor der Tür und zahlreiche Fußballfans fiebern dem Höhepunkt des Jahres entgegen. Public-Viewing und Autokorso sind derzeit in aller Munde und spalten die Bevölkerung. Die Anhänger des runden Leders stehen bereits in den Startlöchern und freuen sich auf einen stimmungsvollen Abend mit Gleichgesinnten. Die Anwohner hingegen sehen dem Ereignis mit gemischten Gefühlen entgegen, aufgrund der fünfstündigen Zeitverschiebung ertönt in Brasilien der Schlusspfiff, wenn hier für viele bereits Schlafenszeit ist.
Die üblichen Ruhezeiten gelten zwischen dem 12. Juni und 13. Juli nicht. Der Bundesrat hat für die Zeit der Fußballweltmeisterschaft eine Ausnahme von der Lärmschutzverordnung, grundsätzlich geregelt im Bundes-Immissionsschutzgesetz, erlassen. Die Kommunen können für die Übertragungen auf Großleinwänden, Public Viewing, die üblichen Lärmschutzzeiten aufheben, auch wenn es später wird als 22 Uhr. Allerdings ist dies kein Freifahrtschein für übermäßige Lärmbelästigung. Diese werden nach wie vor konsequent geahndet. Grundsätzlich wären Toleranz auf der einen und Rücksichtnahme auf der anderen Seite die besten Voraussetzungen für stimmungsvolle Abende.
Der beliebte Autokorso jubelnder Fußballfans durch die Städte und Gemeinden hat nicht automatisch Vorfahrt. Bei aller Freude gelten weiterhin die Regeln des Straßenverkehrs und der Rücksichtnahme auf unbeteiligte Verkehrsteilnehmer. Auch bei Schrittgeschwindigkeit und in Feierlaune müssen die Verkehrsregeln eingehalten werden. Rote Ampeln überfahren oder Alkohol am Steuer sind absolut tabu. Die Polizei wird insbesondere bei Gefährdungen, groben Verkehrsverstößen oder Straftaten konsequent einschreiten.
Wer sich aus dem Fenster oder Schiebedach lehnt, um besser die großen Fahnen schwingen zu können, oder sich gar auf die Motorhaube setzt, gefährdet nicht nur sich und seine Gesundheit, sondern im Falle eines Unfalls auch seine Versicherungsansprüche. Im übrigen ist für die ordnungsgemäße Besetzung des Fahrzeuges der Fahrzeugführer verantwortlich.
Die Durchführung eines Autokorsos stellt eine übermäßige Straßenbenutzung dar und bedarf grundsätzlich der Erlaubnis der Straßenverkehrsbehörde. Bei einer spontanen Durchführung trifft die Polizei die notwendigen Maßnahmen und legt die erforderlichen Auflagen fest. Autokorsos können toleriert werden, wenn die Beeinträchtigung Dritter auf ein zumutbares Maß minimiert ist.
Relevante Aspekte für das Einschreiten der Polizei sind der Zeitpunkt und die Dimension des Autokorsos, das Verhalten der Teilnehmer und Zuschauer sowie die spezifischen, aus dem Autokorso resultierenden, Gefahren, vor allem aufgrund der Vermischung mit Fußgängern. Ist die Gesundheit von Personen in Gefahr, wird die Polizei einschreiten.
Wenn die Spielregeln diesbezüglich eingehalten werden, hat auch die Polizei gegen friedlich feiernde Fans auf der Straße nichts einzuwenden.

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