Plastiktüten künftig verboten

16.02.2021 • Aktuelles, Kurznachrichten

Änderung des Verpackungsgesetzes verkündet

Rückblick auf das Jahr 2016: Der Handel und die deutsche Bundesregierung haben vereinbart, dass Kundinnen und Kunden Kunststofftragetaschen nur noch gegen Bezahlung angeboten werden. Seitdem ist der Verbrauch von Plastiktüten deutlich zurückgegangen, und zwar um mehr als 60 Prozent. Pro Kopf verbrauchen die Deutschen noch etwa 18 Tüten pro Jahr – insgesamt rund 1,49 Milliarden Tüten, so das Bundesumweltministerium (BMU).

Nun ist im Februar ein weiteres Gesetz zur Vermeidung von Plastikmüll in Kraft getreten. Mit der Änderung des Verpackungsgesetzes werden nun leichte Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern verboten. Ab Anfang 2022 dürfen die Händler derartige Verpackungen nicht mehr an ihre Kundschaft ausgeben. Ausgenommen sind besonders leichte Kunststofftragetaschen mit einer Wandstärke von weniger als 15 Mikrometern. Darunter fallen insbesondere sogenannte „Hemdchenbeutel“ beziehungsweise „Knotenbeutel“, die Kunden für den Transport von stückweise angebotenem Obst und Gemüse verwenden. Die entsprechende EU-Richtlinie sieht hier eine Ausnahme vor, weil man befürchtet, dass ein Verbot dieser Tütchen Hersteller motivieren könnte, mehr Produkte standartmäßig in Plastik zu verpacken.

Zudem haben Bundestag und Bundesrat Ende letzten Jahres einer weiteren Verordnung zugestimmt, die am 3. Juli dieses Jahres in Kraft treten soll. Ab diesem Zeitpunkt sind zum Schutz des Meeres und der Umwelt bestimmte Einweg-Kunststoffprodukte verboten. Dazu gehören Wattestäbchen, Trinkhalme, Rührstäbchen für den Kaffee, Einweg-Geschirr aus konventionellem Plastik und aus „Bioplastik“ sowie To-go-Becher und Einweg-Behälter aus Styropor. Übrigens: Einwegprodukte aus Kunststoff werden nicht nur in Deutschland verboten. Ab dem 3. Juli 2021 ist die Herstellung von Einwegplastik EU-weit nicht mehr erlaubt.
Damit Ressourcen effizienter genutzt werden, soll künftig auch die Vernichtung funktionstüchtiger Ware untersagt werden. Einweg- oder Mehrwegflaschen müssen besser markiert werden, um Verbraucherinnen und Verbrauchern die Entscheidung zu erleichtern, überflüssiges Plastik zu vermeiden und wiederverwertbare Produkte zu kaufen. Beide Regelungen sind Teil des neuen Gesetzes zur Umsetzung der EU-Abfallrahmenrichtlinie.
ff/re

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