Was passiert bei der MPU?

04.08.2020 • Aktuelles, Kurznachrichten

neon Suchthilfe und Prävention informiert über Alkohol und Drogen am Steuer

Über die Medizinisch-Psychologische-Untersuchung, kurz MPU, kursieren die wildesten Gerüchte. Fest steht zunächst folgendes: im Fall einer Alkoholfahrt wird ab 1,6 Promille – oder im Wiederholungsfall auch schon früher – sowie beim Fahren unter Drogeneinfluss eine MPU angeordnet. Diese setzt sich aus einer medizinischen und einer psychologischen Untersuchung zusammen. Ziel ist es herauszufinden, ob gravierende Zweifel an der Eignung ein Auto zu fahren bestehen.
Um eine MPU bestehen zu können, ist es neben einer guten Vorbereitung entscheidend, die geforderten Formalitäten wie etwa den Nachweis über alkoholfreie Zeiten (Abstinenznachweis) zu erfüllen.

Dabei sollte der Ausdruck MPU-Vorbereitung kritisch beleuchtet werden. Selbstverständlich geht es nicht darum, für eine gute Darstellung im MPU-Gespräch schauspielerisch geschult zu sein um das „abzuliefern“, was der Gutachter gerne hört. Vielmehr steckt hinter einer seriösen MPU-Vorbereitung die Aufarbeitung des auffälligen Verhaltens sowie die Veränderung von Einstellungen und persönlichen Gewohnheitsmustern.
Im folgenden Beispiel des psychologischen Begutachtungsgesprächs wird schnell deutlich, mit welchen Fragen und unrealistischen Aussagen sich Betroffene auseinandersetzen müssen.

Im konkreten Fall wurde ein 45-jähriger Mann um 19 Uhr bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle mit 1,95 Promille erwischt, er zeigte dabei keine alkoholbedingten Ausfallerscheinungen wie Torkeln oder verwaschene Sprache.

Wird der Betroffene nun vom Gutachter gefragt, ob er schon öfter mit Alkohol gefahren sei, wird ein komplettes Verneinen dieser Frage große Zweifel an der Aufrichtigkeit des Betroffenen aufkommen lassen. Zeichen einer bewussten Auseinandersetzung wäre eher eine solche Antwort: „Klar, sonst wäre ich nicht in der Lage gewesen mit diesem Wert so weit ohne Unfall zu fahren. Ich machte mir in der Vergangenheit nicht wirklich Gedanken über das Thema Trinken und Fahren.“
Auch versuchen die Betroffenen häufig, die Menge des getrunkenen Alkohols zu verharmlosen. Dies wird bei der Begutachtung aber ebenfalls eher negativ ausgelegt, schließlich können die Alkoholmengen relativ leicht nachvollzogen werden.

Auch sollte eine realistische Selbsteinschätzung in Bezug auf die eigenen Trinkgewohnheiten gegeben werden können: „Ich war in der Vergangenheit sehr trinkfest, und das auch nicht erst seit gestern. Ich war den Alkohol einfach gewohnt wegen dem regelmäßigen Trinken. Dies wurde mir aber erst im Verlauf meiner persönlichen Auseinandersetzung mit diesem Thema bewusst, welche durch eine professionelle Unterstützung nicht möglich gewesen wäre.“
Im Rahmen der professionellen MPU-Vorbereitung bei neon können sich Betroffene gut auf die Begutachtung einstellen und alles Wichtige für einen positiven Ausgang erfahren – indem sie sich mit ihrem persönlichen Alkohol- oder Drogenkonsum auseinandersetzen.
Der Einstieg in die Vorbereitungskurse ist jederzeit möglich, vorab kann man sich kostenlos und unter Schweigepflicht bei neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim beraten lassen, Telefon 0 80 31/3 04 23 00,
neon-rosenheim.de.

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