Ein offenes Ohr am Telefon

02.03.2021 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

„Mit Corona zu Hause“ – Neues Rosenheimer Projekt soll Kranke entlasten

Die Corona-Pandemie beschäftigt alle nun schon seit über einem Jahr. Aber wie fühlt es sich an, wenn man plötzlich selbst betroffen ist? Wenn man die Nachricht erhält, dass der Test auf SARS-CoV-2 positiv ausfällt?

Egal, ob man sich zu diesem Zeitpunkt krank fühlt oder nicht: Die Information, dass man sich angesteckt hat, kann ein Schock sein und Unsicherheiten und Ängste hervorrufen. Hierbei möchte das neue Projekt der Rosenheimer „Kontaktstelle für Bürgerschaftliches Engagement“ (KBE) Menschen unterstützen. Patientinnen und Patienten können sich melden und erhalten auf Wunsch einen Rückruf von einer ehrenamtlichen Person, der die Erkrankung schon hinter sich hat und verstehen kann, wie sich das alles anfühlt, und was Betroffenen durch den Kopf geht. Das Angebot ist für die erkrankten Menschen kostenfrei.
Eine ehrenamtliche Bürgerin berichtet von ihrer Corona-Erkrankung: „Ich selbst war betroffen von der Infektion, es überrollte mich innerhalb von Minuten und machte mich für zwei Wochen unfähig für jegliche Aktivität. In der Zeit fühlte ich mich sehr hilflos, ich wusste nicht, was ich tun sollte. Keiner im Freundes- und Familienkreis konnte sich in meine Lage versetzen.“ Jetzt, wo sie wieder gesund sei, möchte sie für andere da sein – durch Zuhören am Telefon.
Das Projekt soll es ermöglichen, dass Menschen über ihre Sorgen, Ängste oder Einsamkeitsgefühle im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung sprechen können. Es muss dabei nicht bei einem einmaligen Telefonat bleiben, die Beteiligten vereinbaren, wann und wie oft sie miteinander sprechen möchten. „Mir hätte es schon geholfen, zu wissen, dass mich morgen oder übermorgen zu einem ausgemachten Zeitpunkt meine Ansprechperson wieder anruft und ich mit ihr noch einmal offen reden kann“, so die ehrenamtliche Helferin weiter.

Das Projekt wird von der „Kontaktstelle Bürgerschaftliches Engagement“ (KBE) durchgeführt. „Wir stellen den Kontakt her zwischen den Patientinnen und Patienten und den ehrenamtlichen Bürgerinnen und Bürgern, die zuhören und am Telefon ihre Erfahrungen teilen möchten. Dabei geht es ausschließlich um ein Gespräch von Mensch zu Mensch, eine medizinische oder naturheilkundliche Beratung kann nicht gegeben werden“, erzählt Andrea Dörries von der KBE. Neben der Kontaktherstellung ist die Beratung der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ein wichtiger Teil des Projekts. „So ein Telefonat mit einem Menschen, dem es gerade sehr schlecht geht, kann schwierig werden für die Helfenden. Hier kann die KBE unter Einhaltung der Schweigepflicht die Ehrenamtlichen beraten.“

Wer mithelfen oder einen Kontakt zu einer genesenen Person haben möchte, aber auch weiterführende Informationen will, kann Kontakt aufnehmen zur KBE im Bürgerhaus Happing; Ansprechpartnerin ist Andrea Dörries. Man erreicht sie per E-Mail unter andrea.doerries@jh-obb.de, telefonisch unter 0 80 31/23 75 75 oder postalisch über das Bürgerhaus Happing, Happinger Straße 83 in 83026 Rosenheim.

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