Neue Akzente
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Neue Akzente

„Musik spricht dort, wo Worte fehlen“ – der dänische Dichter Hans Christian Andersen bringt auf den Punkt, was wohl viele Menschen empfinden. Sie kann trösten oder Begeisterung wecken, berühren und glücklich machen. „Nicht umsonst räumt das Zweite Vatikanische Konzil der Kirchenmusik einen besonderen Raum ein, als integraler Bestandteil der Liturgie“, weiß Michael Anderl.

Der 41-jährige gebürtige Rosenheimer ist vor fast einem Jahr nach mehreren, unterschiedlichen Tätigkeiten und Stationen in seine Heimatregion zurückgekehrt. Mit unserer Redaktion sprach der Kirchenmusiker der Stadtteilkirche Rosenheim – Am Zug über seine Aufgaben im kirchlichen Dienst und seine Pläne.

Herr Anderl, Ihr Weg nahm seinen Ausgangspunkt hier in der Region. Sie sind in Rosenheim geboren und aufgewachsen in Tuntenhausen.

„Mich führte das Kirchenmusik-Studium nach München, das der Religionspädagogik und Katholischer Theologie nach Innsbruck. Als Kirchenmusiker war ich unter anderem in München und Trostberg tätig sowie am Zisterzienserstift Stams. Dem dortigen Kloster gehörte ich übrigens auch als Zisterzienser-Mönch an. Es war eine erfüllende und gute Zeit, doch irgendwann stellte ich fest, dass ich diesen Weg doch nicht weitergehen wollte.

Mit der Rückkehr hier nach Rosenheim gemeinsam mit meiner Ehefrau und meiner kleinen Tochter schließt sich der Kreis, es hat sich alles wunderbar gefügt.“

Ihr Neuanfang als Kirchenmusiker zum Ersten Advent letzten Jahres war von der Corona-Pandemie geprägt.

„In der Tat war es ein Start unter sehr erschwerten Bedingungen: Chöre konnten nicht proben, gemeinsames Singen unmöglich. Es fehlte ein wesentlicher Teil der gemeinsamen Gottesdienstfeier, die doch im besten Fall sämtliche Sinne anspricht: Das Wort, die Musik, die Rituale berühren in einem harmonischen Zusammenklang die Gläubigen und stärken die Gemeinschaft. Dass nun, natürlich unter strengen Hygiene-Regeln gemeinsames Singen, Musizieren und Gottesdienst-Feiern möglich ist, freut uns alle sehr!“

Welche Aufgaben haben Sie als Kirchenmusiker der Stadtteilkirche?

„Dazu gehört natürlich, für den musikalischen Rahmen der Gottesdienste der Stadtteilkirche, Christkönig, St. Michael und teilweise Für-stätt zu sorgen. Ich kümmere mich um die Ausbildung der Kantoren und Orgelschüler, probe mit Chören. Instrumente, Noten müssen gewartet werden und selbstverständlich möchte ich mit der Organisation von Konzerten neue Akzente setzten.“

Welche Pläne haben Sie konkret?

„Zunächst liegt es mir sehr am Herzen, die Chorarbeit wieder zu intensivieren. Neumitglieder und Interessierte jeder Altersstufe und Stimmlage sind herzlich willkommen und können sich gerne bei mir per E-Mail an manderl@ebmuc.de melden ebenso wie interessierte Instrumentalisten für ein Kirchenorchester. Ich halte es für sehr wichtig, bei der Auswahl der musikalischen Literatur auf eine große Bandbreite quer durch alle Epochen und Stile zu achten. Mein Herz schlägt vor allem für die Musik des 17. Jahrhunderts, aber auch die großen Oratorien vom Barock bis in die Gegenwart. Sehr glücklich macht es mich auch, dass wir dabei sind, den Kinderchor auf Stadtteilebene neu aufzustellen.

Glanzpunkte

Neben Glanzpunkten, etwa Mozart „Missa solemnis“ oder einer Aufführung von Händels „Messias“ gemeinsam mit meinen Musikerkollegen vom Chorverein „Sänger ohne Grenzen“ sind auch kleinere Formate angedacht.

Auf jeden Fall freue ich mich auf eine gute Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen der Gemeinde, den Gläubigen und den Musizierenden!“ ff

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