Mit Sicherheit in Rosenheim
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Mit Sicherheit in Rosenheim

Sicherheitsgespräch im Landratsamt

Auf den ersten Blick sieht die Statistik schlimm aus: 98 346 Straftaten wurden für das Jahr 2015 im Bereich der Polizeidirektion Oberbayern Süd festgestellt, das Doppelte des Vorjahres. Warum die Zahlen „lügen“, erklärten beim Sicherheitsgespräch im Landratsamt Rosenheim Landrat Wolfgang Berthaler, Polizeipräsident Robert Kopp und Rosenheims Zweiter Bürgermeister Anton Heindl.

Um die Spannung gleich zu nehmen: Zu den Straftaten werden sämtliche als illegal geltende Einreisen von Flüchtlingen gezählt, die im entsprechenden Bereich ankamen. Das waren im Jahr 2015 etwa 60 Prozent der Gesamtzahl. Zieht man diese ab, bleiben 48 408 Straftaten übrig. Und das bedeutet einen Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei der Kreisfreien Stadt Rosenheim bedeutet die „bereinigte“ Zahl von 5323 Straftaten einen Rückgang von 4,7 Prozent, im Landkreis Rosenheim fällt die Diskrepanz besonders auf: Insgesamt waren es 31 449 Straftaten, ein Zuwachs von 87,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rechnet man die illegalen Einreisen heraus, bleiben nur noch 8661 übrig, ein Rückgang von 8,8 Prozent.

Entsprechende Straftatbestände sollten sich in diesem Jahr verringern. Jedenfalls werden laut Berthaler seit April vorläufig keine Asylbewerber mehr zugewiesen. Als Folge werden nun die Turnhallen im Landkreis sukzessive geleert und wieder dem ursprünglichen Bestimmungszweck zugeführt. Durch die enge Belegung mit vielen Menschen unterschiedlicher Kulturen auf engstem Raum haben sich auf für die Polizei häufig personalintensive Einsätze ergeben, die oft aus alltäglichen Streitigkeiten entstanden seien und dann teilweise eskalierten, so der Präsident der Polizeidirektion Süd, Robert Kopp. Auch hier sei nun Entspannung für die Beamten in Sicht. Bürgermeister Anton Heindl sieht die Situation auf einem guten Weg durch die dezentrale Unterbringung.

Dass Sicherheitsgefühl der Bürger sei mit Sicherheit auch durch die Ereignisse am Silvesterabend in Köln nachhaltig beeinflusst worden. Die Beamten seien laut Kopp aber jederzeit bereit, auch bei sogenannten strafrechtlich nicht relevanten Ordnungsstörungen einzugreifen, auch zu vermitteln.

Im Bereich der Einbruchsdelikte ist im Jahr 2015 – entgegen dem bundesweiten Trend – ein Rückgang zu verzeichnen. Hier sei es nach wie vor wichtig, die Prävention zu stärken. Oft würden schon einfache Mittel ausreichen, um Einbrecher abzuschrecken: „Man muss nicht immer alles gar so ordentlich aufräumen, bevor man in den Urlaub fährt. Manchmal reicht es schon, ein Kinderspielzeug auf dem Rasen liegen zu lassen“, so Kopp. Eine gut gesicherte Terrassentür sei ein anderes Mittel. Sobald professionelle Einbrecher feststellen, dass das Eindringen zu lange für ihren eng gesteckten Zeitplan dauert, lassen sie lieber vom Objekt ab als sich länger der Gefahr auszusetzen, von der Polizei überrascht zu werden.

In dieser Hinsicht appelierten Berthaler und Kopp auch an die Bürger und verwiesen auf die erfolgreiche Aktion „Notruf 110“. Lieber einmal umsonst bei der Polizei anrufen und Verdächtiges melden, als einmal zu wenig sei hier die Devise.

Prävention ist auch das Stichwort für den Straßenverkehr. Mehr Verkehr und Zulassungen bedeuten auch mehr Vorkommnisse, die Zahl der Verletzten stieg 2015 leicht. Raserei oder Alkohol und illegale Drogen im Straßenverkehr stellen dabei unverantwortbare Risiken dar, vor denen nicht oft genug gewarnt werden kann. Nusser

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