„Seitenblick“ von Bildhauer Andreas Kuhnlein.

„MenschSEIN“ in der Galerie

14.03.2017 • Aktuelles, Kultur, Stadt Rosenheim

Neue Skulpturen des Bildhauers Andreas Kuhnlein in der Städtischen Galerie

Wenn ein zeitgenössischer Bildhauer über eine markante Handschrift und eine erkennbare Materialsprache verfügt, dann Andreas Kuhnlein. Seine rohen, zerklüfteten, gerade dadurch aber auch verletzlich scheinenden Holzskulpturen sind inzwischen rund um den Globus bekannt. Neue, gleichwohl unverkennbare Arbeiten des Künstlers präsentiert die Städtische Galerie Rosenheim vom 17. März bis zum 30. April.

Zentrales Thema der Skulpturen Andreas Kuhnleins ist der Mensch – vom Sturm gefällte Bäume sind das Material für seine Werke. Auf seinem Hof im Chiemgau erspürt der naturverbundene, mit und von der Natur lebende Künstler die „Seele“ des gewachsenen Holzes. Mit der Kettensäge bearbeitet er den jeweiligen Stamm. Auf die Beschaffenheit des Holzes achtend, auf Verwachsungen und Eigenheiten des Holzes eingehend, tritt der Bildhauer schöpferisch in Dialog mit der geschundenen Natur, legt deren charakteristischen Kern frei und schenkt dem gefallenen Baum neue Gestalt und neues Leben.

In der Städtischen Galerie Rosenheim widmet sich Kuhnlein einmal mehr der menschlichen Existenz, hinterfragt ihre Daseinsformen und facettenreichen Wesensarten. Vermeintlich Mächtige werden da vom Sockel gestoßen, Schein und Sein zur Schau gestellt. Neben bekannten Arbeiten zeigt der Bildhauer auch neue, eigens für die Rosenheimer Ausstellung konzipierte Rauminstallationen und Figuren zum Thema „MenschSein“: Mit kritisch wachem Blick lotet Kuhnlein etwa die „Grenzen des Wachstums“ aus, stellt „Die Frage nach dem Sinn“ und spielt mit der menschlichen Sehnsucht in seiner Installation „Vom Traum, alles hinter sich zu lassen“. Meisterlich versteht es der Bildhauer, die Vielschichtigkeit, Zerrissenheit und Verletzlichkeit irdischen Lebens sichtbar zu machen, mit seinen Skulpturen den Betrachter in den Bann zu ziehen, auf andere Sichtweisen hinzuweisen und zum Nach- und Umdenken anzuregen.

Das ausführliche Rahmenprogramm mit Führungen, einer Exkursion zum Künstleratelier und einem Künstlergespräch findet man unter www.galerie.rosenheim.de.

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