Spendenübergabe, von links: André Golob, Sieglinde Zehetbauer und Christian Hlatky.

Mehrstimmig singen, einstimmig helfen

02.08.2016 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Benefizaktion „Deutschbücher für Flüchtlinge“

„Eine gute Nachricht“ heißt das Wort „Gospel“ übersetzt und das ist es, im wahrsten Sinne des Wortes: Mit ihrem Gospelchor „Deep roses“ hat die Rosenheimer Sopranistin Sieglinde Zehetbauer rund 1600 Euro gesammelt, die nun der Bürgerstiftung Rosenheim übergeben wurden, um Deutschbücher für Flüchtlinge zu kaufen.

Wie so vielen Menschen ist es auch Sieglinde Zehetbauer ein Anliegen anderen zu helfen. Ihr Beruf bietet dafür beste Voraussetzungen, denn mit Musik geht vieles leichter. Seit 2013 organisiert die professionelle Koloratursopranistin und Gründerin des „Deep roses“ Gospelchors jedes Jahr Benefizkonzerte, deren Erlös Hilfsbedürftigen in der Region zugute kommt – in diesem Jahr dem Patenprojekt der Bürgerstiftung Rosenheim unter der Leitung von Christian Hlatky mit der Aktion „Deutschbücher für Flüchtlinge“. Denn schließlich ist die Sprache die Basis für alles, um sich zu verständigen und eine neue Kultur verstehen zu lernen, um sich integrieren zu können und eine bessere Zukunft zu finden. Den Abschluss der aktuellen Benefizaktion bildete ein Konzert in der Allerheiligenkirche. Mit großer Unterstützung von Pfarrer Dr. André Golob, der die Flüchtlingsthematik auch als biblische Thematik sieht und ein Engagement der Kirche für unerlässlich hält. Bei diesem letzten Auftritt in der Alt-Katholischen Kirche in der Kaiserstraße Anfang Juni wurden die „Deep roses“ von den „Nigerian Gospelsingers“ aus der Kufsteiner Straße unterstützt. Diese hatten sich ebenfalls auf Initiative von Sieglinde Zehetbauer formiert, mit organisatorischer Hilfe von Henriette Stoll, der Leiterin des Helferkreises der Flüchtlingsunterkunft. Erst zur Generalprobe kamen die circa zehn Nigerianerinnen und Nigerianer und die elf Sängerinnen und Sänger, begleitet von Piano und Querflöte zum ersten Mal zusammen. Ein spannendes Experiment mit klangvollem Ergebnis. Bei einem Teil der circa 20 Gospels wurden die „Deep roses“ von den „Nigerian Gospelsingers“ teils einstimmig, teils mehrstimmig unterstützt. Begegneten sich die beiden Chöre anfangs noch mit ein bisschen Abstand, so haben sie im Laufe des Konzerts immer mehr zueinander gefunden, ist ihr gegenseitiges Vertrauen mit der Musik gewachsen. „Am Ende wollten alle gar nicht mehr aufhören, so groß war die Begeisterung, so gut die Stimmung, jeder hat irgendwie zusammen geholfen“, erinnert sich Sieglinde Zehetbauer immer noch berührt von diesem Moment.

Um den regionalen Gedanken auch in der Umsetzung der Aktion weiterzuführen, sollen die weit über 300 Bücher über Johann Postl, besser bekannt als „Bücher Johann“, bestellt werden, der zusätzlich noch weitere 100 Euro spendete.

Am 20. September ist ein Abend für alle ehrenamtlichen Helfer mit verschiedenen Musikprojekten geplant, bei dem neben einer Aiblinger Band und einer Trommler-Gruppe aus Traunreut auch wieder die „Nigerian Gospelsingers“ auftreten werden. Mehr Informationen zu Sieglinde Zehetbauer und den „Deep Roses“ unter szehetbauer.de.

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