Mehr als 150 Azubis dringend gesucht

18.06.2014 • Aktuelles, Nachrichten

Bewerberlücke in Stadt und Landkreis Rosenheim wächst

Die Bewerberlücke wächst auch in der Stadt und im Landkreis Rosenheim weiter an. Knapp drei Monate vor Beginn des Ausbildungsjahrs ist absehbar, dass heuer in den heimischen Betrieben mehr als 150 Lehrstellen unbesetzt bleiben.
„Die Unternehmen bieten aufgrund der guten Konjunktur und des absehbaren Fachkräftemangels immer mehr Ausbildungsplätze an, es fehlt aber schlicht an Bewerbern“, sagt Sebastian Bauer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Rosenheim. Aktuell sind noch 861 Lehrstellen frei. Es gibt aber nur noch 716 unversorgte Bewerber. Dies geht aus der aktuellen Statistik der Agentur für Arbeit zum Ausbildungsstellenmarkt hervor. Die rechnerische Lücke von 145 Bewerbern dürfte am Ende deutlich größer ausfallen, da sich viele Schulabgänger bis September noch für einen anderen Bildungsweg entscheiden können oder trotz des großen Angebots keinen passenden Ausbildungsplatz finden.
Besonders angespannt ist die Situation im Einzelhandel und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Im Handel sind noch rund 175 Stellen für angehende Verkäufer und Einzelhandelskaufleute frei. Aber nur um die 100 unversorgte Bewerber äußern einen entsprechenden Berufswunsch. In Hotels und Gaststätten könnten noch rund 100 Bewerber unterkommen. Für diese Stellen gibt es aber weniger als zehn Interessenten.
Bauer unterstreicht jedoch, dass der Bewerbermangel quer durch alle Branchen geht. „Es sind auch noch über 450 Lehrstellen in anderen Berufen, wie Bankkaufleute, Industrie- und Anlagenmechaniker und Kfz-Mechatroniker frei“, so Bauer. Der IHK-Gremiumsvorsitzende betont, dass die Bereitschaft der Unternehmen zur Ausbildung weiter auf hohem Niveau liegt.
Bauer appelliert an die Politik, den Fachkräfte-Aderlass in der Berufsausbildung zu stoppen. Die zunehmende Akademisierung müsse auf den Prüfstand. Die IHK habe mit der Berufsbildungsmesse JobFit, die alle zwei Jahre in Rosenheim stattfindet, eine sehr erfolgreiche Maßnahme zur Stärkung der Ausbildung und Berufsorientierung in der Region auf den Weg gebracht.
Aber auch in den Betrieben muss die Ausbildung zur Chefsache werden, nimmt Bauer die Wirtschaft in die Pflicht. Betriebe, die in eine attraktive Ausbildung investieren und neue Bewerbergruppen ansprechen, hätten im Kampf um den Nachwuchs die Nase vorn, so der Raublinger Unternehmer.

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