Zufrieden mit der Ausbildung (von links): Andreas Schmid-dunser (Ausbilder), Manfred Knauer (Ausbildungsleiter Technik), Lea Kerschl (Auszubildende Industriemechanik), Theresa Staudacher (Auszubildende Elektronik Betriebstechnik), Sarah Opperer (Auszubildende technisches Produktdesign), Marina Weingartner (Auszubildende Mechatronik) und Anita Becher (Leiterin kaufmännische Ausbildung).

Mädchen-Erfolgsgeschichten

12.03.2019 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Girls´Day am Donnerstag, 28. März, als Türöffner nutzen

Mädchen in MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)-Berufen gibt es nicht? Gibt es doch! Die Firma ALPMA Alpenland Maschinenbau GmbH in Rott und ihre weiblichen Auszubildenden machen vor, wie es geht. Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur, sprach im Rahmen eines Betriebsbesuchs bei ALPMA im Rahmen der MINT-Kampagne mit Anita Becher, Leiterin der kaufmännischen Ausbildung, und Manfred Knauer, Ausbildungsleiter Technik, darüber, wie Mädchen für eine Ausbildung in einem technischen Beruf begeistert und dabei unterstützt werden können:

„Unsere Berufsberater sind an den Schulen präsent, um Jungen und Mädchen umfassend und neutral über mögliche Ausbildung- und Studienberufe zu informieren. Junge Frauen, die in Mathe, Chemie oder Physik gut sind, für die kann beispielsweise eine Ausbildung zur Mechatronikerin oder Industriemechanikerin genau das Richtige sein“, sagt die Agenturleiterin bei dem Unternehmensbesuch und weist auf den Girls´Day am 28. März hin: „Mädchen ab der 5. Klasse haben an dem Tag die Möglichkeit einmal einen dieser „MINT“-Berufe wie Schreinerin, Informatikerin oder Elektrikerin auszuprobieren. Praktikumsplätze und Anmeldeformular stehen im Internet unter https://www. girls-day.de/@/Auth. Die Berufsberater der Arbeitsagentur stehen bei Fragen gerne zur Verfügung. Interessierte können unter der kostenfreien Servicenummer 08 00/4 55 55 00 gleich einen Termin vereinbaren“, sagt Cujai.

Lea Kerschl ist bei ALPMA im zweiten Lehrjahr als Industriemechanikerin und erzählt, dass sie durch ein Schnupperpraktikum beim Girls´Day bei ALPMA gemerkt habe, dass dies der richtige Beruf für sie ist: „Vorher hatte ich Berufswünsche wie Gärtnerin oder Bäckerin, aber nach dem Praktikum wusste ich, dass ich Industriemechanikerin werden möchte. Bohren, Drehen, Fräsen – die praktische Arbeit macht mir einfach Spaß und es ist schön das Ergebnis seiner Arbeit zu sehen“, erklärt die 17-Jährige, die in der Schule den Schwerpunkt Hauswirtschaft belegt hatte, aber betont, dass sie in der Schule dennoch gut mitkomme. Die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur fügt hinzu: „Sollte es in der Berufsschule einmal nicht so rund laufen, können sich die Auszubildenden und/oder die Betriebe gerne bei der Arbeitsagentur melden, denn wir bieten sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen (abH), quasi Nachhilfeunterricht für den Berufsschulstoff an.“
Die 18-jährige Theresa Staudacher ist im dritten Ausbildungsjahr und steht kurz vor der Abschlussprüfung zur Elektronikerin Betriebstechnik. Auch sie schwärmt von der praktischen Arbeit wie Maschinen installieren, einstellen oder abnehmen sowie Sicherheitsprüfungen. „Wenn ich den Plattenbau mit den vielen Stromanschlüssen und Kabeln vor mir habe, fühle ich mich daheim“, sagt sie. „Spannend ist es auch zu Kunden zu fahren und die Maschinen dort zu erklären und zu übergeben.“ Auf die Idee die Ausbildung zu machen sei sie durch Bekannte gekommen und in der Lehrwerkstatt bei ALPMA sowie in der Berufsschule fühle sie sich sehr wohl. „Da gibt es weder Probleme mit Jungen, noch mit Mädchen“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.
Wie Cujai betont auch Knauer wie wichtig es in der heutigen Zeit ist, schon vor Ausbildungsbeginn an Schulen, auf Ausbildungsmessen oder Angeboten wie dem Girls´Day präsent zu sein, um junge Menschen zu informieren und für das eigene Unternehmen zu begeistern. Er freut sich, auch was die Anzahl weiblicher Auszubildender in technischen Berufen angeht, Erfolge vermelden zu können: „Bei uns ist gut jeder vierte Ausbildungsplatz in Berufen wie Elektriker, Industriemechaniker, Mechatroniker oder technischer Produktdesigner, die traditionell eher durch Jungen ausgeübt werden, durch eine junge Dame besetzt“, sagt er. „Und wir sind wirklich froh, dass wir diese manchmal auch als „Zugpferd“ einsetzen können: So arbeiten die weiblichen Auszubildenden gleich beim Grundlehrgang Feilen häufig von Anfang an genauer als die Jungen, da sie die einfachen Arbeitsschritte nicht wiederholen wollen. Und es gab auch schon Ausbildungsjahre, in denen unsere weiblichen Auszubildenden in der Berufsschule deutlich besser waren als die Jungen, woraufhin diese dann auch Gas gegeben haben“, erklärt er grinsend.

Cujai appelliert an junge Menschen, die noch nach einem Ausbildungsplatz suchen, sich gleich bei der Arbeitsagentur zu melden: „Die Berufsberater unterstützen gerne bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen und der Stellensuche!“

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