„Krass“– aber sehr lehrreich

26.02.2014 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten

Praxisklasse aus Fürstätt besuchte die Fachklinik Alpenland

„Ich hätte nie gedacht, dass Drogen so eine krasse negative Wirkung auf Körper und Geist haben können“, so die 15-Jährige Anna aus der Praxisklasse an der Mittelschule Fürstätt. Anna hatte mit ihren Klassenkameraden im Rahmen eines Suchtprävention-Projekts die Fachklinik Alpenland in Bad Aibling besucht. Nach dem Besuch waren alle Schüler sehr beeindruckt und beschrieben den Besuch als bewegend und beeindruckend. Sie waren nachdenklich geworden. Die Lebensgeschichten der Patienten führten ihnen vor Augen, wie wertvoll ihre eigene Gesundheit ist.

„Das war vielleicht aufregend, als die Patienten erzählt haben, wie sie zu Konsumenten wurden. Vorher dachte ich, dass es sowas nur im Fernsehen gibt, aber das kann auch ganz normalen Menschen passieren“, so Martin und Georg nach dem Vortrag der Klinikpatienten. Georg weiter: „Wahnsinn, wie früh die alle hier aufstehen müssen, das ist ja wie beim Militär! Um halb sieben könnte ich noch keinen Morgen-Sport machen. Das ist ja schlimmer als Schule!“

Und ich dachte, die haben voll das chillige Leben da.“ Sein Klassenkamerad Florian ergänzt beeindruckt: „Verrückt, was das für Lebensgeschichten waren, vor allem schrecklich, wenn man durch Drogen Wahnvorstellungen bekommt, das ist echt unheimlich, so was will ich nicht erleben.“

Bei der Fachklinik Alpenland handelt es sich um eine Einrichtung der stationären, medizinischen Rehabilitation von Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen wie z. B. Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Aufgenommen werden dort Patienten ab 18 Jahren, die professionelle Unterstützung bei der Realisierung eines Lebens ohne Suchtmittel und Hilfestellung bei der sozialen und beruflichen Wiedereingliederung bedürfen.

Die Aufenthaltsdauer reicht je nach individueller Behandlungsplanung von zwei bis zu sechs Monaten. Auch Mütter mit ihren Kindern und Paare sind willkommen, um gemeinsam den Weg in ein Leben ohne Abhängigkeit zu bestreiten.
Die Schüler der Praxisklasse wurden sehr freundlich von Bettina Neumayr, therapeutische Leitung, in Empfang genommen und von einem Patienten durch das gesamte Haus geführt. Dort konnten die Schüler Einblicke in die verschiedenen Räumlichkeiten wie z. B. Fitnessraum, Sporthalle, Gemeinschaftsraum, Esszimmer, Kindergarten und Sportplatz erhalten.

Anschließend fand eine Gesprächsrunde mit fünf Patienten und Sozialpädagogin und Suchttherapeutin Bettina Neumayr statt, bei der Fragen zur Einrichtung, zur Entstehung der Erkrankung und den Behandlungsmöglichkeiten geklärt werden konnten. Die Patienten schilderten eindrucksvoll ihren Lebenslauf. Sie berichteten, wie sie zu Konsumenten geworden sind und welche positive Bedeutung der Aufenthalt in der Klinik für sie hat.

„Dass Alkoholkonsum so leicht zur Sucht führen kann, habe ich nicht gewusst. Da muss man schon aufpassen, wenn man jedes Wochenende feiern geht und lieber mal cool bleiben und Softdrinks kippen. Die sahen überhaupt nicht so fertig aus, wie ich es mir vorgestellt habe und waren alle total freundlich. Ich fand das toll, dass alle Patienten in der Klinik zusammenhelfen müssen. Sie erledigen Aufgaben wie Putzen, Kochen und Wäschewaschen. Das ist sicherlich kein Urlaub für die Patienten“, so Philipp, ein Schüler aus der Praxisklasse.

Organisiert wurde der Besuch in der Fachklinik Alpenland von Verena Funk, Sozialpädagogin beim Verein Pro Arbeit Rosenheim und Alis Furjan, Klassenleiter der Praxisklasse an der Mittelschule Fürstätt.

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