Herzliches Willkommen bei der Ankunft der Rosenheimer Delegation in Bolivien. Hintere Reihe, Vierter von rechts, Peter Weber, Siebter von rechts Gerhard Schwägerl.

Den Kindern ein Haus!

09.05.2017 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Bolivien-Abend am Samstag, 13. Mai, 19.30 Uhr, im Pfarrsaal St. Michael

Eine Zukunft für die Kinder Cochabambas in Bolivien schaffen, das ist das Ziel, das sich der Verein „Sterne auf den Straßen Boliviens“ bei seiner Gründung vor zehn Jahren auf die Fahne geschrieben hat.
Bittere Armut, ausgelöst durch fehlendes Einkommen, und sehr häufig Drogen- und Alkoholsucht der Eltern, erleben die Kinder in den Elendsvierteln der viertgrößten Stadt des Andenstaates oft seit Geburt. Die Verhältnisse sind nicht selten so schlimm, dass sie das Leben auf der Straße dem eigenen Elternhaus vorziehen. Doch auf der Straße wartet ein gnadenloser Überlebenskampf um grundsätzliche Dinge wie Essen oder den besten Schlafplatz unter einer Brücke oder im Kanalsystem der Stadt. Um sich das Geld hierfür zu verdienen, sind Prostitution oder das Abrutschen in das kriminelle Milieu Cochabambas oft die einzigen Alternativen. Erträglich wird dieses Leben nur mehr durch das Schnüffeln der Lösemittel des billigen Klebstoffs „Clefa“. Das Ergebnis davon sind schon nach kurzer Zeit irreparable Schäden an körperlicher und geistiger Gesundheit der Heranwachsenden.

Um sie aus dieser Hölle auf Erden zu erlösen, ihnen eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen, gründeten vor zehn Jahren engagierte Bürger in der Pfarrei St. Michael den Verein „Sterne auf den Straßen Boliviens e.V“. Er gibt Fördergelder aus Spendeneinnahmen an die Stiftung „Estrellas en la calle“ in Cochabamba. Sie kümmert sich mit vier eng verzahnten Teilprojekten mit 20 Sozialpädagogen, Psychologen und Erziehern darum, Kinder von der Straße in ein geregeltes Leben mit Schulabschluss, Ausbildung und Beruf zu bringen und das Elend hinter sich zu lassen. Zum Programm gehört es sowohl, den Kindern unterschiedlicher Altersgruppen Unterkunft und Nahrung zu geben, als auch Bildung und Gesundheit zu fördern, trotz der schweren Bedingungen. Ein geregelter Tagesablauf, regelmäßige Mahlzeiten oder der Schulbesuch sind für uns selbstverständlich. Für die Straßenkinder von Cochabamba sind es oft Meilensteine, die sie im Leben noch nie erfuhren.

Dabei stehen die vor Ort Beschäftigten – drei davon ehemals selbst Straßenkinder – stetig in regem Kontakt mit dem Rosenheimer Förderverein und seinen Verantwortlichen.

Bolivien-Abend

Zum Bolivien-Abend lädt der Verein alle Mitglieder und Interessierte am Samstag, 13. Mai, 19.30 Uhr, in den Pfarrsaal St. Michael in Rosenheim, Westerndorfer Straße 43, ein. Pfarrgemeinderatsvorstand und Erster Vorsitzender des Fördervereins Peter Weber wird gemeinsam mit Gerhard Schwägerl vom Besuch in Cochabamba berichten, begleitet von bewegten Bildern eines Landes voller Schönheiten und faszinierender Landschaften, aber eben auch großer Not und Armut.

Ein Haus für alle

Dabei kommt natürlich auch das nächste gemeinsam mit „Estrellas en la calle“ angestrebte Großprojekt zur Sprache: Ein eigenes Haus für die Stiftung. Bislang sind die Einrichtungen nämlich in Mietshäusern untergebracht, die nach einem ganz speziellen, einmaligen landestypischen System vermietet werden: Die Miete wird für zwei Jahre im Voraus entrichtet und nach dem Auslauf der Frist dem Mieter wieder komplett zurückerstattet. Der Grund liegt in den enorm hohen Zinsen, die in Bolivien an der Tagesordung sind. Im Augenblick verlangen Banken und Kreditinstitute etwa 20 Prozent. So gilt die Miete in diesem „Anticrédico“ genannten Modell als zinsloses Darlehen. Das hat Vorteile, aber auch gewaltige Nachteile: Nach den zwei Jahren muss der Mieter das Objekt verlassen, um neuen Mietern Platz zu machen und damit den Kreditkreislauf in Gang zu halten. Gerade im Falle der Stiftung „Estrellas en la calle“ eine schon aus logistischen Gründen unerwünschte Lösung. Vor allem aber für die Kinder, die sich in der Betreuung an ein konstantes, gleichbleibendes Umfeld gewöhnen sollen, sind häufige Umzüge natürlich äußerst kontraproduktiv.

Aus diesem Grund streben die Verantwortlichen des Projekts den Bau eines neuen, eigenen Hauses an, das vielen Ansprüchen gerecht werden könnte. Es soll alle vier Einzelprojekte beherbergen und zusätzlich Bürofläche für die Verwaltung und Wohnfläche für die freiwilligen Helfer bieten. Als Krönung soll ein Restaurant oder eine Eisdiele im Untergeschoss untergebracht sein, die den Stadtteil aufwertet und es in ihm verankert, aber auch den Projekten ein wenig Einnahmen bringt.

Etwa 360 000 Euro wurden als Kosten für den Bau inklusive des Erwerbs eines etwa 500 Quadratmeter großen Grundstücks errechnet. Diese von Förderern und Spendern zu erhalten, wäre enorm wichtig, da die laufenden Spenden- und Patenschaftseinnahmen komplett für die Bezahlung der Unterhaltskosten und der Löhne für die Helfer vor Ort verwendet werden müssen – hier können keine Streichungen vorgenommen werden ohne die Förderung zu vernachlässigen.

Deshalb freuen sich die Verantwortlichen von „Sterne auf Boliviens Straßen“ auf zahlreichen Besuch beim Bolivien-Abend. Denn Kinder verdienen eine Zukunft, egal wo sie leben. Sie sind nicht verantwortlich für schlimme Zustände in ihrem Umfeld. Sie können diese aber als Erwachsene ändern, wenn man ihnen rechtzeitig hilft, besser zu leben und eine bessere Zukunft gestalten zu können.

Informationen zu den Projekten gibt es auch im Internet unter www.estrellasenlacalle.de oder per E-Mail an estrellasenlacalle@gmx.de. nu

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