Kinder in der letzten Lebensphase daheim begleiten

21.02.2017 • Aktuelles, Kurznachrichten

Jakobus Hospizverein e.V. machte auf bundesweiten Kinderhospiztag aufmerksam

Die Kinderhospizarbeit in Deutschland hat sich in den letzten Jahren gut entwickelt. Derzeit gibt es über 100 Kinderhospizdienste, 13 stationäre Kinderhospize und eine große Anzahl Ehrenamtlicher, die sich in der Begleitung der Kinder und Jugendlichen engagieren. Der Kinderhospiztag am 10. Februar sollte diese positive Entwicklung in das Blickfeld der Bürger rücken und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass es auch für die Zukunft noch Herausforderungen in diesem Bereich gibt, zum Beispiel im weiteren Ausbau der Versorgungsstrukturen im ländlichen Bereich. In Rosenheim nahm der Jakobus Hospizverein e.V. (JHV) den Tag zum Anlass, die hospizlichen Angebote für Kinder und Jugendliche und ihre Familien in Rosenheim und Umgebung aufzuzeigen und damit gezielt diesen wichtigen Schwerpunkt in der Hospizarbeit anzusprechen.

Vor rund zehn Jahren hat der Jakobus Hospizverein damit begonnen, zusätzlich zu erwachsenen schwerstkranken, sterbenden und trauernden Menschen auch Kinder und Jugendliche mit lebensbedrohlichen Krankheiten zu begleiten. Aufgrund eines besonderen Kooperationsmodells mit dem Ambulanten Kinderhospizdienst (AKM) in München werden ausgewählte örtliche Hospizhelfer in umfangreichen Zusatzschulungen zu sogenannten „Familienhospizhelfern“ fortgebildet, die dann vor Ort im Landkreis Rosenheim in ehrenamtlicher Begleitungen bei schwerstkranken Kindern und Jugendlichen oder auch in Situationen, in denen Kinder als Angehörige mit dem Thema Tod und Sterben konfrontiert sind, eingesetzt werden.

Die Einsatzleitungen des örtlichen Hospizvereins und des AKM arbeiten dabei eng zusammen. Die Familienhelfer werden in der Begleitung gestützt und begleitet von den „Kinder-Fachleuten“ in München, sind aber beim örtlichen Hospizverein angesiedelt. So kann einerseits das Know-how des Münchner Vereins auch in den eher ländlichen Bereich eingebracht werden, den das AKM alleine nicht versorgen könnte und der Rosenheimer Hospizverein braucht andererseits keine eigenen spezialisierten Kinder-Palliativkräfte vorzuhalten. JHV und AKM zusammen aber können eine gute Begleitung für alle Betroffenen gewährleisten. Das Modell funktioniert seit zehn Jahren hervorragend und soll jetzt noch sichtbarer gemacht werden.

Um auch vor Ort noch mehr Aufklärungs- und Beratungsarbeit leisten zu können, und auch um das Thema beim örtlichen Hospizverein sichtbarer zu verankern, geht der JHV nun einen Schritt weiter: In Zukunft wird mit Simone Püschel eine Koordinatorin für Kinderhospizarbeit und mit Susanne von Müller eine Ansprechstelle für Kindertrauer zur Verfügung stehen. Der grundsätzliche fachliche Stützpunkt in München geht dabei nicht verloren, sondern wird vielmehr nachhaltig entlastet.

Im Herbst ist eine größere Veranstaltung für Fachpublikum und interessierte Laien geplant.

Related Posts

Comments are closed.

« »