Keine „Gründer- Legebatterien“

15.11.2016 • Aktuelles, Nachrichten

Digitales Gründerzentrum „Stellwerk 18” nimmt Gestalt an

Die regionale Wirtschaft in ein neues Zeitalter führen lautet das Ziel des Digitalen Gründerzentrums, das Rosenheim bekommen wird. Schon im April 2017 soll es starten – zunächst mit einer Übergangslösung, während des Baus des neuen Gebäudes „Stellwerk 18” auf dem Baufeld 4 des Rosenheimer Bahnhofsgeländes.

Dieser soll ebenfalls im April nächsten Jahres beginnen und schon im September 2017 abgeschlossen sein. Die konkreten Pläne wurden nun von Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl vorgstellt. Vorbereitet werden derzeit die Übergangsräumlichkeiten im Gebäude der Volksbank Raiffeisenbank Rosenheim-Chiemsee eG in der Bahnhofstraße 5. Das vierte Obergeschoss soll mit 20 bis 40 Quadratmeter großen Büros Mieter aus der IT-Branche anziehen. Bei günstigen Mietpreisen von sieben Euro pro Quadratmeter plus Nebenkosten, flexiblen Mietdauern und entsprechender technischer Ausstattung wie einer Internetleitung mit zehn MB/Sekunde gebe es schon mündliche Vereinbarungen mit ersten interessierten Unternehmen, so Bugl. Bei Bedarf könne weiterer Raum im Gebäude geschaffen werden. Davor steht die Gründung der Stellwerk 18 GmbH als Betreiber, die in diesen Tagen als Kooperation der Wirtschaftsförderungen der Stadt und des Landkreises vollzogen wird. Zugleich wird das Digitale Gründerzentrum vom Stellwerk 18 Netzwerk e.V. unterstützt. Dessen Mitglieder sind Unternehmen aus der Region, die Hochschule Rosenheim, aber auch Mitglieder aus den angrenzenden Landkreisen sowie aus Tirol – Beleg für die Attraktivität der Einrichtung.

Die Pläne für das neue Gebäude auf dem Bahnhofsgelände sehen eine fünfstöckige Bebauung vor, deren Innenraumaufteilung noch flexibel ist. Neben den Büroflächen stehen auch Zonen bereit, die der Kommunikation untereinander dienen sollen.

Denn eines will man vermeiden: Es soll keine „Gründer-Legebatterie“ entstehen, bei der ein Büro neben dem anderen klebt. In den dritten und vierten Stock des Stellwerk 18-Gebäudes sollen bereits etablierte IT-Unternehmen einziehen, auch hier haben schon größere Firmen und Institutionen Interesse und Bereitschaft bekundet.
Die Kosten für den Bau des von der städtischen GRWS getragenen Projekts sollen bei rund fünf Millionen Euro liegen. Eine Investitionsförderung sei dabei mit Bedacht nicht in Anspruch genommen worden sein. Dafür werden die Mietkosten durch das Land Bayern gefördert. Laut dem aufgestellten Businessplan wird es auch einen Zuschuss von je 75 000 Euro pro Jahr von Stadt und Landkreis Rosenheim geben, der ebenfalls dazu beiträgt, die Mieten für die IT-Startups attraktiv zu halten. Die Gestaltung der Fassade und des Vorbaus ist noch nicht konkretisiert. Es wird noch überlegt, ob beispielsweise ein Café auf dem Vorplatz installiert werden soll – mögliche Betreiber zeigen sich interessiert. Hierzu laufen noch zwei von der Hochschule Rosenheim und der FH Kufstein initiierte Projekte. Auf besonderen Wunsch von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer wird das Dach des Gebäudes mit einer Terrasse ausgestattet, von der sich nicht nur der Blick auf die Stadt genießen lässt, sondern die wiederum Möglichkeiten zum Austausch geben soll.
Eine weitere aktuelle Meldung von Thomas Bugl betrifft ein weiteres Bauvorhaben am Bahnhof, „dessen Maulwürfshügellandschaft endlich beendet werden solle“: Mit der Genehmigung zum Baufeld 2, auf dem das B&B Hotel entstehen wird, ist noch im November zu rechnen. Somit könnten laut Bugl die Abreiten an der Bodenplatte noch in diesem Jahr beginnen. nu

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