„Jugendarbeit ist der Garant für ein demokratisches Miteinander“

08.08.2017 • Aktuelles, Kurznachrichten

Stellungnahme des Stadtjugendrings Rosenheim zum Thema Linksextremismus

Hitzig diskutiert wird derzeit in Rosenheim das Thema Linksextremismus. Ausgelöst hatten die Debatte die gewalttätigen Ausschreitungen während des G20-Gipfels in Hamburg, bei denen mindestens eine Person aus Rosenheim beteiligt gewesen sein soll.

Auch der Rosenheimer Stadtrat beschäftigte sich auf Antrag der CSU damit. Genauere Erkenntnisse, insbesondere ob konkret Mitglieder der sogenannten „Infogruppe Rosenheim“, einem linken, antifaschistischen und vom Verfassungsschutz beobachteten, Bündnis, an Straftaten beteiligt waren, konnten die anwesenden Polizeivertreter nicht liefern. Allerdings berichtete der Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, Dr. Walter Buggisch, auch darüber, dass zwei Personen, die in der Rosenheimer Jugendarbeit tätig seien, sich in der linksextremistischen Szene betätigen und vom Verfassungsschutz deshalb beobachtet würden. In den Fokus der Diskussion rückte daraufhin auch der Stadtjugendring Rosenheim, dem CSU-Stadtrat Daniel Artmann vorwarf, in seiner Präventionsarbeit gegen Extremismus „auf dem linken Auge blind“ zu sein. SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan, Vorsitzender des Stadtjugendrings, verwehrte sich vehement gegen diese Vorwürfe, alle Mitarbeiter hätten einwandfreie erweiterte Führungszeugnisse. Falls sich aber strafrechtlich relevante Tatbestände ergeben sollten, werde man selbstverständlich unverzüglich Konsequenzen ziehen.

In einer Pressemitteilung hat der Rosenheimer Stadtjugendring nach der Stadtratssitzung noch einmal ausführlich zu den Vermutungen und Vorwürfen Stellung genommen:

„Stadt- und Kreisjugendringe wurden nach dem Zweiten Weltkrieg als Zusammenschluss demokratischer Jugendverbände gegründet, um durch Jugendarbeit, die sich an Werten wie Demokratie, Toleranz, Respekt und einem gewaltfreien Miteinander orientiert, dem Nährboden für Gewalt und Extremismus vorzubeugen. Der Stadtjugendring Rosenheim (SJR) fühlt sich diesem Auftrag in all seinen Tätigkeitsfeldern von der verbandlichen Jugendarbeit bis hin zur offenen Jugendarbeit in den Kinder- und Jugendtreffs jederzeit verpflichtet. Parteipolitische Einflussnahmen haben ebenso wenig wie Strafrechtsverstöße und Gewalt Platz in unseren Reihen. Gegenteiliges Verhalten wird in den Strukturen des SJR nicht geduldet. Ein Rechtsstaat gebietet allerdings, niemanden auf Grundlage von Gerüchten oder Anschuldigungen einer Vorverurteilung zu unterziehen. Alles andere wäre mit den eben genannten demokratischen Grundwerten nicht vereinbar.

„Keine Vorverurteilung“

Sowohl unsere ehrenamtlichen Jugendleiter als auch unsere hauptamtlichen Mitarbeiter leisten eine hervorragende Arbeit für ein gesundes Miteinander in unserer Gesellschaft. Stellvertretend dafür erhält der SJR sowohl von Eltern, Jugendverbänden, aber auch Kooperationspartnern wie der Stadt Rosenheim viel Zuspruch. Jeder Vorwurf, der diese Arbeit ohne belastbare, konkrete Fakten ins Negative zieht, stellt die gesamte Jugendarbeit unter Generalverdacht, wogegen wir uns mit aller Entschiedenheit verwehren. Wir weisen daher sämtliche Gerüchte, wonach die städtische Jugendarbeit eine Nähe zum Extremismus habe, mit Nachdruck zurück.“

Bayerischer Jugendring hat sich eingeschaltet

Im Übrigen, so der Vorsitzende des Stadtjugendrings Rosenheim, Abuzar Erdogan, habe sich in die Auseinandersetzungen als Dachverband auch der Bayerische Jugendring eingeschaltet. Er drohe, so Abuzar Erdogan, mit rechtlichen Konsequenzen, wenn weiterhin Mitarbeiter ohne rechtsstaatliche Grundlagen und konkreten Verdacht in Misskredit gebracht würden.

Related Posts

Comments are closed.

« »