Überzeugende Leistung des Schauspielensembles im TAM-Ost. Foto: Jacobi

Interessante Inszenierung

18.11.2014 • Aktuelles, Kultur, Stadt Rosenheim

„Die Physiker“ im TAM-Ost in Rosenheim

Friedrich Dürrenmatt schrieb sein Werk „Die Physiker“ 1961 zu einem Zeitpunkt als die weltpolitische Lage geprägt war vom Kalten Krieg zwischen den Großmächten USA und Sowjetunion. Die Bedrohung durch einen Atomkrieg hatte sich weiter verschärft durch den Bau der Berliner Mauer. Dürrenmatt bewirkt mit den „Physikern“ die Bewusstmachung der großen Gefahr, die in Erforschungen der Wissenschaften für die Menschheit ausgeht.

Im deutschen Sprachraum zählen „Die Physiker“ seit der Uraufführung 1962 im Schauspielhaus in Zürich zu den meist gespielten Theaterstücken. Gabriela Schmidt inszenierte das Werk nun für das Theater am Markt mit dem Ensemble. Ein Irrenhaus ist Ort der Handlung, die in einer ganz in Grün gehaltenen Kulisse abläuft. Groteske und Komödie bestimmen den ersten Teil des Stückes. Die in kurzer Zeit nach und nach begangenen Gewalttaten an drei Krankenschwestern kann ein Inspektor (Robert Reichert) nicht bestrafen, gelten doch alle drei Täter als verrückt. Beutler hält sich für Newton (Alexander Rathmacher) , Ernesti für Einstein (Oliver Heinke) und Möbius behauptet, ihm erscheine König Salomo. Der karikaturistisch überzeichnete Abschiedsbesuch seiner Exfrau Jeanette Kreuzeder) mit den Kindern und neuem Mann endet mit Möbius Tobsuchtsanfall. Dürrenmatt deckt hier die Starrheit bürgerlicher Konventionen sowie den Schein einer harmonischen Ehe auf. Da alle drei Physiker ihren Irrsinn nur vortäuschen, um ihre wahre Identität geheim zu halten, muss schließlich auch Schwester Monika (Sarah Fischbacher) sterben. Der zweite Akt deckt nun die Ausweglosigkeit der Situation auf. Newton und Einstein sind in Wahrheit Agenten rivalisierender Großmächte. Sie sollen Möbius` Manuskripte zur Entdeckung der Weltformel für ihre Auftraggeber beschaffen. Um die Aufdeckung seiner Erfindung zu schützen und unermesslichen Schaden durch ihren Missbrauch für die Welt abzuwenden, verbrannte der Wissenschaftler seine Formel. Dass aber, wie Dürrenmatt sagt, Entdecktes nicht zurückgenommen werden kann, belegt der dramatische Schluss des Stückes.

In der interessanten Inszenierung, die zur Diskussion anregt, überzeugen alle Darsteller in emphatischem Spiel.

Weitere Aufführungen sind am 21., 22., 28., und 29. November sowie am 5. Dezember um 20 Uhr und am 7. Dezember um 17 Uhr.  Margrit Jacobi

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