Ziel der Behindertenbeauftragten in den Gemeinden und im Landkreis ist das inklusive Gemeinwesen.

Inklusion als Gemeinschaftsaufgabe

14.02.2017 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten

Tagung der Behindertenbeauftragten des Landkreises Rosenheim

Für ein erfolgreiches Wirken in den Gemeinden sind die örtlichen Behindertenbeauftragten auf Unterstützung angewiesen. Um das Ziel eines inklusiven Gemeinwesens nachhaltig verfolgen zu können, braucht es die Hilfe von aktiven Bürgern, Unterstützerkreisen, Einrichtungen, Vereinen und politisch Verantwortlichen. Darin waren sich die Behindertenbeauftragten der Gemeinden einig, die sich auf Einladung der Behindertenbeauftragten des Landkreises Rosenheim, Christiane Grotz und Irene Oberst, trafen.

Im Katholischen Bildungszentrum in Rosenheim diskutierten sie Aufgaben und Zuständigkeiten. Eine zentrale Frage war dabei, wie inklusive Projekte und Initiativen in den Gemeinden initiiert und vorangebracht werden können. Dabei wurde deutlich, dass die Behindertenbeauftragten nicht Einzelkämpfer sein wollen. Seit der Verabschiedung des Teilhabeplans im Jahr 2013 konnten in vielen Bereichen Fortschritte in der Inklusion erzielt werden. Jürgen Laupheimer, Sozialplaner im Rosenheimer Landratsamt, stellte die tendenziell recht positiven Ergebnisse der dritten Teilhabekonferenz vor, an der sich im November rund 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligt hatten.

Im Anschluss daran referierte Jakob Brummer, Mitarbeiter in der Fachstelle Inklusion im Landratsamt Rosenheim, über die Inklusion als menschenrechtliche Forderung und persönliche Haltung. Brummer zeigte die Möglichkeiten auf, „Inklusion vor Ort“ einerseits auf der persönlichen Ebene von Mensch zu Mensch zu leben, andererseits aber auch auf den verschiedenen kommunalen Ebenen strukturiert anzugehen. Brummer, die Behindertenbeauftragten des Landkreises Grotz und Oberst sowie der Sozialplaner Laupheimer sagten den kommunalen Behindertenbeauftragten Unterstützung bei der Umsetzung des Teilhabeplans und der „Inklusion vor Ort“ zu.

Wie es gehen kann wurde in der Tagung anhand inklusiver Projekte und Initiativen aus einzelnen Kommunen aufgezeigt. Die Sozialpädagogin Ethel-D. Kafka informierte zur Entstehung des Bürgerbahnhofs in Wasserburg, über das Sozialforum, die Vernetzung der Behindertenarbeit, über die Beratungsangebote und das Integrations-Café.

Alexander Herkner stellte das Projekt „BoB“ – Bernau ohne Barrieren vor. Eine Arbeitsgruppe sorgt dort dafür, dass die Chiemsee-Gemeinde nachhaltig barrierefrei wird. Die inklusiven Angebote in Bruckmühl präsentierten Christiane Grotz und Irene Oberst. Kinder mit und ohne Behinderung können seit 2011 an einer zweiwöchigen Ferienfreizeit teilnehmen, die unter dem Namen „SpuiRatz“ bekannt ist. Der Soziale Arbeitskreis des Bayerischen Roten Kreuzes bietet jeden Monat Veranstaltungen und Ausflüge für Menschen mit Behinderung an und zudem gibt es in Bruckmühl eine Handicap-Sportgruppe des örtlichen Sozialverbands VdK, die von Erwin Haimerl organisiert wird. Abschließend wurde an einem Beispiel aus Hausham im Landkreis Miesbach gezeigt, wie Inklusion von Kindern mit und ohne Behinderung in einem Sportverein funktioniert.

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