Was bedeutet Heimat? Dieser Frage geht der Studiengang des Bildungswerkes nach. Repro: hö

„Heimat“ heute wieder modern?

09.06.2015 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Bildungswerk bietet Studiengang „Heimat heute – Heimat morgen“

Heimat ist wieder ein Thema geworden! In Film, Funk und Fernsehen dreht sich in jüngster Zeit viel um das, was man mit Heimat bezeichnet. Im Bereich der Literatur boomen die Heimatkrimis, beim Heimatsoundfestival mischen sich Tradition und Moderne, in der Politik schafft man ein Heimatministerium, Flüchtlinge suchen eine neue Heimat und der Bayerische Rundfunk installierte Anfang Februar 2015 einen Heimatsender.

Weil die Bildungswerke Rosenheim, Traunstein, Mühldorf und Berchtesgadener Land dieser Entwicklung interessiert und kritisch nachgehen und sie in einen diskursiven Prozess bringen wollen, haben sie unter dem Titel „Heimat heute – Heimat morgen“ einen viersemestrigen Studiengang entwickelt.
Er startet am 7. Oktober und läuft bis zum Frühjahr 2017 immer mittwochs von 9 bis 12 Uhr. Vorab gibt es am 24. Juni von 9 bis 11 Uhr eine unverbindliche Informationsveranstaltung. Am Studium teilnehmen können Interessierte aller Altersstufen und Bildungsgrade. Jedes Semester kann ein-zeln gebucht werden. Bei der Buchung von zwei Semestern gibt es einen Rabatt. Der Studiengang widmet sich in je einem Semester den Themenfeldern Natur, Wirtschaft, Kultur und Soziales und geht der Frage nach, was Heimat heute ausmacht, wie sie sich durch Impulse von innen und außen stets verändert, welche Rolle sie in einer globalisierten und pluralen Welt spielt und wie sie morgen sein könnte. Durch den Zusammenschluss der vier Bildungseinrichtungen war es möglich, rund 35 hochkarätige Dozenten für vier unterschiedliche Themenbereiche zu gewinnen: „Ohne gesunde Natur keine Heimat“, „der wirtschaftende Mensch und seine Wurzeln“, „Regionalkultur und Heimat“ sowie „der Mensch als soziales Wesen“. Pro Semester sind drei Vorlesungen, zwei Seminare und vier Exkursionen vorgesehen, die jeweils einen halben Tag dauern. Gerade bei den Exkursionen soll durch den Besuch exemplarischer Projekte, Initiativen, Firmen und Organisationen schon ein Stück von dem gezeigt werden, wohin sich die „Heimat“ heute schon entwickelt.

Themen, die angeschnitten werden, sind etwa Migration und Integration, Schule und Bildung in der ländlichen Region, das Klischee von Oberbayern, die Spannungsfelder von Baukultur, Ortsbild und Denkmalpflege bzw. unberührter Natur und moderner Kulturlandschaft, Heimatpflege und Volksmusik oder Antworten der Kirchen „auf die sozialen Umwälzungen im ländlichen Raum“. Aber auch landschaftsfreundlicher Tourismus und Massentourismus, Pendlergesellschaft und Verkehrsplanung der Zukunft, Innovationen in Gewerbe und Industrie, die Regionalwährung „Chiemgauer“ oder „Möglichkeiten und Grenzen einer modernen Energieversorgung aus regionalen Quellen“ stehen als Themen auf dem Programm. Alle Themenkreise der vier Semester werden an allen Standorten der beteiligten Einrichtungen behandelt.

Exkursionen führen zum Beispiel in die Redaktion des Magazins „MUH“, ins Bergsteigerdorf Ramsau, die Nullenergiestadt Mietraching, zum „Lebensfeld Jaksch“ und zum Projekt „Bauernland und Bauersleut“, ins Thalhamer Moos im Isental nahe der A 94 oder zu den Milchwerken Berchtesgadener Land.

Exkursionen

Genauere Information gibt es im Internet unter www.studiengang-heimat.de oder am Infotag, Mittwoch, 24. Juni, um 9 Uhr im Bildungszentrum St. Nikolaus in Rosenheim. Eine Anmeldung zum Infotag ist nicht erforderlich. Anmeldeschluss für den Studiengang ist der 31. Juli. Weitere Fragen werden unter www.bildungswerk-rosenheim.de beantwortet oder telefonisch unter 0 80 31/21 42 18.

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