„Hauptsache Lesen!“

02.11.2016 • Aktuelles, Nachrichten

Wie eine Lawine kam der Erfolg über ihn. Denn damit, dass die von ihm erfundenen „Seppis Tagebücher“ eine derart große Resonanz hervorrufen würden, hat der Eichstätter Gymnasiallehrer Hans-Peter Schneider selbst nicht gerechnet. Nun arbeitet der Erfolgsautor schon am nächsten Band über die Abenteuer des Achtklässlers, der die jugendlichen und auch so manchen erwachsenen Leser so begeisterte.

„Passt scho!“, „Lauter Deppen!“, „Saustark!“ und „Pack mas!“ waren die Titel, unter denen Seppi seine Abenteuer rund um die Schule und das jugendliche Leben sozusagen von Schneider veröffentlichen ließ. Die Auflagen der bisherigen vier Bände schossen in ungeahnte Höhen, und nachdem der erste Band im Herbst 2013 schon eine große Menge an Lesern fand, stand sehr bald fest, dass neue Abenteuer von vielen sehnlich erwartet würden. In den Folgejahren erschienen dann die drei weiteren Werke, und das Interesse stieg immer weiter. Gut, dass Hans-Peter Schneider die Ideen nicht so schnell ausgehen und auch, dass er zu diesem Zeitpunkt schon einige Erfahrung als Autor hatte. Schon 2008 begann er mit Veröffentlichungen im Bereich der Kinderbücher und seither ist er auch fleißig bei Lesungen in ganz Bayern aufgetreten.
Seine große Inspiration für Seppis Tagebücher waren die Lausbubengeschichten von Ludwig Thoma: „Für mich, Jahrgang 1981, waren sie ja oft gegenwärtig, zum Beispiel durch die Verfilmungen, die ja oft im Fernsehen kamen. Da kam die Idee auf, irgendetwas Zeitgemäßes in dieser Richtung zu machen“, erzählt der sympathische Autor.
Nun ist der fünfte Teil der Tagebücher in Arbeit. Die Erscheinung ist für den Juni des kommenden Jahres vorgesehen, aber das Grundgerüst steht schon, etwa 50 Seiten sind schon geschrieben. Der Seppi wird im neuen Band mit dem Arbeitstitel „Hau rein!“ das Schuljahr, das mit dem ersten Band begann, abschließen. So viel kann schon jetzt verraten werden, dass der Seppi nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen ins Schwitzen kommen wird. Die Lust auf Schule verlässt ihn ob der jahreszeitlich bedingten Ablenkungen ziemlich rapide, dafür hat er sonst genug zu tun. Das plötzliche Verschwinden des Schulmaskottchens wird ihm in die Schuhe geschoben. Und nun beginnt ein richtiger Kriminalfall, während dessen Seppi sich aufmacht die wirklichen Schuldigen zu finden. Oder ist er doch nicht so unschuldig? Das können die Leser des fünften Bandes dann ab Juni herausfinden.
Seine Ideen für die Bücher bezieht Hans-Peter Schneider größtenteils nicht aus dem Schulalltag: „Natürlich gibt es mal Anregungen, die ich dann weiterführe. Aber wiedererkennen tun sich meine Schüler in den Büchern nicht. Vieles nehme ich aus Erinnerungen aus meiner eigenen Kindheit, vieles spinne ich mir einfach so zusammen.“

Dass es viele Menschen gibt, die gerne lesen, ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Autoren. Wie sieht der Lehrer Hans-Peter Schneider die Entwicklung der Lesefreudigkeit seiner Schüler?

„Grundsätzlich beobachte ich, dass die Jungen von Haus aus eher weniger lesen als die Mädchen. Scheinbar haben sie einfach zu viel zu tun. Wichtig ist, dass im Eleternhaus die Lust auf das Lesen geweckt wird, zum Beispiel durch viel Vorlesen, so wie es bei mir zu Hause meine Mutter gemacht hat.“
Als Lehrer sieht er Fortschritte, die sich auch im Lehrplan widerspiegeln: „Hier hat sich viel geändert in den letzten Jahren. Es stehen nicht nur die Klassiker auf dem Plan, die vielleicht das Interesse nicht so wecken können, weil sie von der Lebenswelt der Jugendlichen zu weit weg sind. Heute gilt es, mehr den Spaß zu fördern, den Lesen macht. So stehen bekannte und auch aktuelle Jugendbücher auf dem Programm und so ist es auch vom Kultusministerium erwünscht“, meint Schneider.
Hans-Peter Schneider ist es mehr oder weniger egal, welche Bücher von den Jugendlichen gelesen werden. Denn für jedes Interesse gibt es die passenden Bücher. Und die einmal geweckte Lust am Lesen bleibt ein Leben lang und verschwindet nie ganz.        Nusser

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