„Es hat mir große Freude bereitet, den Agenturbezirk zwischen Chiemsee und Starnberger See zu leiten!“

24.09.2019 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim, verlässt Rosenheim und geht nach Nürnberg

„Ich möchte mich bei allen Arbeitsmarktakteuren, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Arbeitsagentur und der Jobcenter, den Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, den Bildungsträgern und Schulen und und und, bedanken. Es hat mir große Freude bereitet, den Agenturbezirk Rosenheim zu führen.

Gleichzeitig möchte ich mich von Ihnen allen verabschieden, da ich die Agentur für Arbeit Rosenheim zum 7. Oktober verlassen und nach Nürnberg zurückgehen werde, um dort ab 2020 in der Zentrale der Bundesagentur für Arbeit die Leitung des Geschäftsbereichs Arbeitsmarkt zu übernehmen“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Ich gehe mit einem lachenden Auge, da ich mich auf die neue berufliche Herausforderung freue, doch gehe ich auch mit einem weinenden Auge, da mir Rosenheim und seine Menschen sehr ans Herz gewachsen sind und sich mein Lebensmittelpunkt inzwischen hier befindet. Ich habe vor Ort viele kompetente und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, und die gute Wirtschaftsstruktur mit vielen kleinen inhabergeführten Betrieben in den unterschiedlichsten Branchen hat es ermöglicht, gute Lösungen für Unternehmen wie Arbeitsuchende anzubieten und so viel zu erreichen.“
Dr. Cujai weiter: „Ich habe die Leitung der Agentur für Arbeit Rosenheim im Februar 2013 übernommen, und in den vergangenen knapp sieben Jahren hat sich viel bewegt. Erlauben Sie mir deshalb einen kleinen Rückblick: Als ich die Stelle antrat, lautete der Titel des monatlichen Arbeitsmarktreports „Winterwetter hält Arbeitsmarkt im Griff“, und es waren in unserem Agenturbezirk 10 260 Menschen arbeitslos gemeldet. Seit einigen Jahren verzeichnen wir über den gesamten Jahresverlauf hinweg einen Rückgang der Arbeitslosigkeit. So liegt die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Rosenheim seit März 2018 (2,8 Prozent) unter 3,0 Prozent, was statistisch der Definition von Vollbeschäftigung entspricht, und wir konnten seitdem Monat für Monat bis Juni 2019, als sie mit 6507 Betroffenen ihren absoluten Tiefststand erreichte, neue Negativrekorde bei der Arbeitslosenzahl vermelden. Seit Juli spüren auch wir in unserem Agenturbezirk aufgrund der globalen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten kleine Eintrübungen auf dem Arbeitsmarkt, was sich in einer Stagnation der Arbeitslosenquote im August niederschlug. Die Aufnahmefähigkeit und Dynamik des regionalen Arbeitsmarktes ist aber nach wie vor hoch und zeigt sich auch in der Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die vom 30. Juni 2013 bis zum 30. Juni 2018 von 169 883 auf 192 798 angestiegen ist. Die Anzahl der überwiegend kleinen, eigentümergeführten Betriebe ist in diesem Zeitraum von 17 504 auf 18 455 geklettert.“

Die scheidende Agenturleiterin weiter: „Aber nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung in unserem Agenturbezirk, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, war in den vergangenen Jahren von Vielseitigkeit und Dynamik geprägt, auch wir von der Agentur für Arbeit haben uns in dem Zeitraum immer neuen Herausforderungen erfolgreich gestellt: Ab 2014 ist die Anzahl der Menschen mit Fluchthintergrund, die auch in unserem Agenturbezirk ankamen, sprunghaft angestiegen, und ein Schwerpunkt unserer Arbeit lag darauf, deren Marktzugang zu verbessern und die Integration in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt zu befördern – für Menschen, die faktisch nur die Grundschule besucht hatten, bis hin zu Hochschulabsolventen. Wir haben hier erfolgreich enge Netzwerke mit anderen Behörden, mit Schulen und Trägern sowie Ehrenamtlichen geknüpft und auch das eine oder andere Experiment gewagt und so gemeinsam auch schöne Erfolgsgeschichten geschrieben.

Im Bereich der Jugendlichen haben wir die Zusammenarbeit zwischen Agentur für Arbeit, Jobcentern und Jugendämtern vertieft, um keinen jungen Menschen verloren zu geben. Mit der ab Herbst neu akzentuierten „Lebensbegleitenden Berufsberatung“ (LBB) wollen wir Menschen verstärkt durch ihre gesamte Erwerbsbiografie hindurch beraterisch begleiten. Das Thema „Ältere am Arbeitsmarkt“ beschäftigt uns nach wie vor sehr, und auch hier wollen wir mit Allianzen bessere Beschäftigungsmöglichkeiten erschließen. Schließlich ist während meiner Amtszeit auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen deutlich gesunken, von fast 25 Prozent Anteil an unseren Arbeitslosen auf unter 20 Prozent. Das zeigt, dass die Zusammenarbeit aller Akteure am Markt einen guten Beitrag dazu leisten kann, auch den Menschen eine Perspektive zu geben, die schon länger fern vom Arbeitsmarkt sind.“

„Sie sehen, mit welch unterschiedlichen Herausforderungen wir in unserem Agenturbezirk trotz der im bundesweiten Vergleich guten Lage in den vergangenen Jahren konfrontiert waren, und die Herausforderungen werden nicht weniger werden, um mit dem demografischen Wandel sowie der Digitalisierung und des damit einhergehenden Strukturwandels („Arbeitswelt 4.0“) nur zwei Beispiele zu nennen“, sagt die scheidende Agenturleiterin. „Michael Vontra, Geschäftsführer Operativ, wird ab 7. Oktober die Geschäfte der Arbeitsagentur Rosenheim kommissarisch leiten. Er ist seit knapp drei Jahren Mitglied der Geschäftsführung und war vorher in verschiedenen Führungsfunktionen für die Bundesagentur für Arbeit tätig. Ich bedanke mich nochmals ganz herzlich bei Ihnen allen für die bisherige Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen!“

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