Grell, schrill und lebensrettend: Warnwesten

04.12.2013 • Aktuelles, Kurznachrichten

Ab 1. Juli kommenden Jahres muss jeder Pkw-Fahrer eine Weste haben

Bei Pannen oder Unfällen erhöhen Warnwesten die eigene Sicherheit enorm. Sie machen den Pkw-Fahrer wesentlich früher und besser erkennbar, wenn dieser das Fahrzeug verlassen muss. Doch die gelb- oder orangefarbenen Überwürfe sind auch für Fahrradfahrer und Fußgänger sinnvoll.

Rund 20 Prozent des Verkehrsaufkommens finden bei Dämmerung und Dunkelheit statt. Während dieser Zeit ereignen sich über 27 Prozent aller Unfälle, von denen 40 Prozent tödlich enden. Im Herbst werden die schlechten Licht- und Sichtverhältnisse durch Nebel und Nässe verstärkt. Wenn ein Autofahrer in dieser Zeit bei einem Unfall sein Fahrzeug verlassen muss, ist er besonders gefährdet, da er kaum sichtbar ist. Diese Gefahr hat auch der Gesetzgeber erkannt und entsprechend reagiert: Ab dem 1. Juli 2014 muss jeder Pkw-Fahrer in Deutschland eine Warnweste mitführen und sie im Notfall anziehen.

Doch auch andere Verkehrsteilnehmer sind gefährdet. Während der dunklen Wintermonate ereignen sich durchschnittlich 10,6 Prozent mehr Unfälle mit Fußgängerbeteiligung als im Jahresmittel. Rund 90 Prozent aller Autofahrer geben bei nächtlichen Zusammenstößen an, den Fußgänger nicht gesehen zu haben.
Schwer zu sehen sind auch Fahrradfahrer, die sich zügig fortbewegen und sehr wendig sind. Eine retroreflektierende Warnweste kann für beide Gruppen lebensrettend sein, wie Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht e.V. (DVW) und Bundesminister a.D. betont: „Nur wer schon von Weitem erkennbar ist, wird wahrgenommen! Andere Verkehrsteilnehmer können sich besser darauf einstellen und müssen nicht abrupt bremsen oder ausweichen.“
Zu empfehlen sind Warnwesten mit integrierten Reflexstreifen. Um die Qualität einer Warnweste zu überprüfen, empfiehlt die Deutsche Verkehrswacht eine einfache Maßnahme. „Es ist wichtig, dass die Weste retroreflektierend ist. Eine normale Reflexion genügt nicht“, so Bodewig. „Testen Sie die Weste in einer möglichst dunklen Umgebung. Leuchten Sie sie mit einer Taschenlampe so an, dass die Strahlen schräg auf das Material treffen. Bei normaler Reflexion strahlt es in eine andere Richtung ab – bei retroreflektierender Kleidung strahlt es direkt zur Lichtquelle zurück.“

Grundsätzlich sind Warnwesten mit dem Kontrollzeichen EN 471 zu empfehlen, da diese nach europäischem Recht genormt sind.

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