Genuss, Konsum oder doch schon Sucht?

12.03.2019 • Aktuelles, Kurznachrichten

Beratung und Unterstützung bei neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim

Wo liegt die Grenze zwischen unbedenklichem Alkoholgenuss und schädlichem Trinken?
Alkoholische Getränke gehören seit Jahrhunderten zu unserer Kultur und sind fester Bestandteil vieler alltäglicher Rituale. Wir trinken bei besonderen Anlässen wie Geburtstagsfeiern, stoßen auf das neue Jahr an und genießen nach einem langen Arbeitstag oder beim Zusammensitzen mit Freunden ein Glas Wein oder Bier.
Dass wir jedoch nicht zu viel und zu häufig trinken sollten, wissen wir alle, nicht nur wegen den gesundheitlichen Gefahren, die vom Zellgift Alkohol ausgehen, sondern auch, weil die Droge Alkohol zu einer Abhängigkeit führen kann.

Doch, wo liegt denn nun die Grenze zwischen einem unbedenklichen Alkoholgenuss und schädlichem oder gar abhängigem Trinken? Zunächst gibt es aus medizinischer Sicht klare Richtwerte für einen ungefährlichen Gebrauch: Männer sollten nicht mehr als eine Halbe Bier oder 0,2 Liter Wein am Tag trinken, Frauen nur die Hälfte. Der von der Alkoholindustrie in die Welt gebrachte Mythos, dass das Glas Bier oder Wein sogar gesundheitsförderlich sei, ist schon lange widerlegt.

Diese Richtwerte bedeuten aber nur, dass der Körper diese zugeführte Menge Alkohol gut abbauen kann. Ähnlich wie bei anderen Ernährungsempfehlungen auch, bedeutet ein Abweichen davon nicht gleich den Ausbruch körperlicher Schäden. Aber über die psychische Dynamik, die mit dem Konsum verbunden ist, wird dadurch auch noch nichts ausgesagt.

Deshalb ist es wichtig, zunächst die Kriterien für einen sogenannten „Genusskonsum“ zu beachten. Die Dosis und Häufigkeit des Konsums müssen niedrig sein, konkret sollten die schon erwähnten Mengenangaben nicht ständig überschritten werden und der Konsum nicht regelmäßig stattfinden. Pro Woche sollten mindestens zwei, besser drei oder mehr Tage ohne Alkohol eingehalten werden. Auch sollte in Zeiten mit hoher Belastung oder Konflikten gar nicht getrunken werden. Auch beim Autofahren oder anderen unfallträchtigen Situationen muss ebenfalls verzichtet werden. Natürlich bedeutet auch nicht gleich jeder moderate Rausch ein Anzeichen für ein Alkoholproblem.

Aber: exzessive Trinkgelage, Alkoholkonsum während der Arbeit oder beim Sport und Zeiten mit sehr regelmäßigem Konsum sind eindeutig als „Riskanter Gebrauch“ zu sehen. Als besonders problematisch ist das Trinken von Alkohol bei Problemen und Sorgen zu bewerten.
Von einem deutlichen Alkoholproblem ist dann auszugehen, wenn sehr regelmäßig, in höheren Mengen und trotz Konflikten, die auch durch den Alkohol ausgelöst werden, weitergetrunken wird. Ein solcher „Missbrauch“ muss nicht zwingend in eine Abhängigkeit führen, es braucht aber ein entschlossenes Dagegensteuern und bestenfalls den Mut, sich auch mit Unterstützung von außen um die Ursachen der Belastungen und Konflikte zu kümmern.
Neue Erkenntnisse der Suchtforschung können dabei allen Betroffenen Mut machen. Es gilt mittlerweile als gesichert, dass viele Menschen die einmal die Schwelle zum problematischen Trinken überschritten haben, wieder zurück zu einem maßvollen und gesundheitsverträglichen Konsum finden. Eine Beratung durch außenstehende Fachleute ist dabei für viele ein wichtiger Schritt hin zu einer dauerhaften Veränderung.
Zu allen Fragen rund um Suchtprobleme und die Möglichkeiten der Unterstützung oder Therapie können sich Betroffene oder Angehörige kostenlos und unter Schweigepflicht bei neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim beraten lassen. Erreichbar sind die Mitarbeiter unter der Nummer 0 80 31/30 43 00 und im Internet unter www.neon-rosenheim.de.

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