„Gemeinsam Chancen schaffen“

03.03.2020 • Aktuelles, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Das Kinderheim Schöne Aussicht in Rosenheim

Es gibt Situationen, in denen sind Eltern nicht in der Lage, ihre Kinder angemessen zu betreuen und zu erziehen. Die Gründe dafür sind so vielfältig, wie die Lebenswege der Menschen und Familien. Einen Platz zum Leben, Lernen und Freunde finden – so lange wie nötig – Kinder und Jugendliche dann im Rosenheimer Kinderheim Schöne Aussicht.

Das markante, großzügige Gebäude am westlichen Stadtrand beherbergt zwei vollstationäre Kinder- und Jugendgruppen mit jeweils zehn Plätzen für Mädchen und Buben ab dem Schulalter bis etwa 16 Jahren. Zudem gibt es eine Jugendwohngruppe mit neun festen Plätzen für weibliche und männliche Jugendliche ab etwa 15 Jahren. Im Betreuten Wohnen, entweder in einer Wohnung im Stadtgebiet oder einem Appartement in der Einrichtung, werden junge Menschen ab frühestens 16 Jahren auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleitet.

Die Rosenheimer Einrichtung hat eine lange Tradition: In den Vorkriegsjahren erbaut von der Rosenheimer Waisenhausstiftung wurde das Haus in den Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit nicht entsprechend seiner eigentlichen Bestimmung als Waisenhaus genutzt. Erst nach Instandsetzungsarbeiten wurde das Haus mit der offiziellen Einweihung im Jahr 1951 seiner eigentlichen Bestimmung nach als Waisenhaus und Kinderheim in Betrieb genommen. Seit 1999 ist die Stiftung St. Zeno Kirchseeon Träger der Einrichtung. So wie sich die Lebensverhältnisse der Menschen und die Gesellschaft geändert haben, so wandelte sich auch die Einrichtung. Tatsächlich fanden zu Beginn noch viele Kinder ohne Eltern hier Obdach und Unterstützung. Inzwischen ist das Kinderheim eine moderne, stationäre, sozialpädagogische Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung, die Familien in den unterschiedlichsten schwierigen Lebenssituationen zur Seite steht. „Eltern bleiben Eltern“, so bringt es Einrichtungsleiterin Wilhelmine Hansen auf den Punkt. Das pädagogische Fachpersonal setzt auf intensive und vertrauensvolle Kooperation mit Mutter und Vater: „Man muss sich bewusst sein, dass Kinder, die aus dem Familiensystem herausgenommen werden, großen Belastungen ausgesetzt sind. Umso wichtiger ist es deshalb, die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen soweit wie möglich aufrecht zu erhalten und Kontakt zu den Eltern zu halten.“ Ziel sei immer eine möglichst zeitnahe Rückführung in die Familie. Dazu gehöre es auch den Eltern in Gesprächen neue Wege aufzuzeigen, diese gemeinsam zu erarbeiten und Erziehungskompetenzen aufzubauen. Bei Bedarf werden die Familien übrigens auch nach Ende der stationären Maßnahme vom Fachpersonal der Einrichtung individuell weiter unterstützt und begleitet.

Diese intensive Kooperation mit den Eltern ist wohl auch wichtiger Baustein, neben dem Ausbau verschiedener ambulanter Maßnahmen, dass die Aufenthaltsdauer der jungen Menschen im Kinderheim in den letzten Jahren signifikant gesunken ist. Wilhelmine Hansen: „Wir wollen gemeinsam Chancen schaffen, für die Kinder und Jugendlichen und ihre Eltern!“ ff

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