Für gegenseitiges Verständnis

07.11.2017 • Nachrichten

Caritas Rosenheim eröffnete Afrika-Ausstellung „Welt-Sicht ist Weit-Sicht“

Integration wird auch in den kommenen Jahren Thema bleiben. Die Caritas in Stadt und Landkreis Rosenheim will dabei Verständnis, Dialog und Begegnung auf beiden Seiten ermöglichen. Die Afrika-Ausstellung „Welt-Sicht ist Weit-Sicht“ in der Kirche St. Nikolaus macht auf die Fluchtgründe und Lebenssituation in den Herkunftsländern aufmerksam und schafft mit einem umfangreichen Rahmenprogramm Raum für Begegnung.

„Damit Integration möglich wird, braucht es die Bereitschaft von beiden Seiten“, machte Caritas-Kreisgeschäftsführer Erwin Lehmann bei der gut besuchten Auftakt-Veranstaltung in der Kirche St. Nikolaus deutlich. Der Gospelchor „Circle of Friends“ übernahm die musikalische Gestaltung. Hippolyte Ibalayam, Pfarrer aus Edling mit afrikanischen Wurzeln, zelebrierte zusammen mit Rosenheims Pfarrer Andreas Maria Zach den Gottesdienst.

In seiner Predigt prangerte Hippolyte Ibalayam die Unterdrückung von Menschen durch Wirtschaft und Regimen an. Für ihn seht fest: „Kein Mensch verlässt aus Spaß sein Land.“

Rosenheims Bürgermeister Anton Heindl erinnerte in seinen Grußworten zurück an das Jahr 2015, indem die große Fluchtbewegung Europa erreichte. „Auch in Rosenheim begegnen uns jetzt viele Menschen afrikanischer Herkunft und nicht wenige fühlen sich durch deren Anwesenheit verunsichert, was ich durchaus verstehen kann“, so Heindl. Gerade deshalb sei es so wichtig, sich mit der Kultur und den Besonderheiten dieser Menschen auseinanderzusetzen: „Wir sollten versuchen, sie zu verstehen“. Auf der anderen Seite könnte man aber auch von den Flüchtlingen erwarten, dass sie sich öffnen für die Traditionen und Lebensgewohnheiten hierzulande.

Die Ausstellung „Welt-Sicht ist Weit-Sicht“, die von der Caritas in Stadt und Landkreis Rosenheim in Kooperation mit dem Künstler Marian Kretschmer und dem Verein „Marafiki wa Afrika“ durchgeführt wird, will auf vielschichtige Art und Weise etwas zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Zu sehen ist sie noch bis zum 25. November in der St.-Nikolaus-Kirche. Marian Kretschmer zeigt Fotografien aus Tansania und Acrylgemälde, die alle im Kontext seines Schaffens „Berg und Tal kommen nicht zueinander, aber Menschen“ in diesem Jahr entstanden sind. Die Werke setzen sich mit den ausufernden, globalen Exodus und dessen Ursachen auseinander und suchen nach möglichen Lösungsansätzen.
Begleitend zu seiner Ausstellung wurde ein umfangreiches Rahmenprogramm konzipiert, das sich aus Kreativ-Workshops, Vorträgen und Lesungen zusammensetzt. Höhepunkt ist das Benefizkonzert mit dem Martina Eisenreich-Quintett am Sonntag, 19. November, im Saal des Stadtjugendrings. Karten gibt es in den Caritas-Zentren in Stadt und Landkreis Rosenheim oder über E-Mail an: czrosenheim@caritasmuenchen.de.

Der Erlös des Konzerts und die Spenden aus den anderen Programmpunkten fließen vollständig in eine Mädchenrealschule und in ein Waisenhaus in Tansania, beides Projekte des Vereins „Marafiki wa Afrika“, der ursprünglich aus einer Jugendgruppe des damaligen Freisinger Stadtpfarrers nach Tansania entstand. Melanie Bumberger, Asylsozialberaterin im Caritas-Zentrum Rosenheim und Mitglied von „Marafiki wa Afrika“, informierte bei der Eröffnungsveranstaltung darüber, was der Verein seit seiner Gründung im Jahr 1993 schon alles erreicht hat. „Viele anfängliche Visionen sind heute Wirklichkeit geworden“, freute sie sich.

Genaue Informationen zu den einzelnen Programmpunkten gibt es im Internet unter https://www.caritas-nah-am- naechsten.de./media/Media2344920.PDF. wu

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