Flussaufwärts ziehende Nasen in der Mangfall im Frühjahr 2018. Foto: Wasserwirtschaftsamt Rosenheim

Ein frisches Bett für die Nasen

12.03.2019 • Aktuelles, Landkreis Rosenheim, Nachrichten, Stadt Rosenheim

Wasserwirtschaftsamt kümmert sich um Laichplätze für gefährdete Fischarten

Kurz vor Beginn der Laichzeit der Nasen hat das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim die Laichplätze der Nasen, aber auch anderer sogenannter „Kieslaicher“ wie Äsche, Huchen oder Barbe, in der Mangfall hergerichtet.

Mit ihrer wulstartig verdickten Schnauze, der sie ihren Namen verdanken, waren Nasen früher in den heimischen Flüssen massenhaft verbreitet.
Durch Überfischung, aber auch durch den zunehmenden Ausbau der Flüsse für Landgewinnung, Wasserkraft und auch Hochwasserschutz, wurde ihr Bestand schon früh dezimiert, da der Weg zu den kiesigen Laichgründen in den Oberläufen und Seitengewässern der großen Flüsse oft abgeschnitten war. Mittlerweile sind sie in der Roten Liste als stark gefährdete Fischart aufgeführt.

In Rosenheim an der Mangfall kann man ihren Laichzug aber noch beobachten: Jedes Jahr im Frühjahr ziehen aus dem Inn Nasenschwärme die Mangfall flussaufwärts, um in flachen, kiesigen Bereichen unterhalb des Turner Stegs zu laichen – ein einzigartiges Schauspiel.
In einem Forschungsvorhaben der Technischen Universität München werden die Auswirkungen der Qualität des Lebensraumes der Fische auf ihre Vermehrung und somit den Bestand untersucht.

Chris Nagel, der zuständige Doktorand vom Lehrstuhl für Aquatische Systembiologie, konnte in Labor- und Freilandversuchen an Mangfall und Sims feststellen, dass sich das Auflockern der kiesigen Sohle mit der Baggerschaufel positiv auf Laich und Larven der Fische auswirkt: Die Überlebensrate der Nasenbrut in der Mangfall steigt um ein Vielfaches an.

Mit dem Bagger wurden daher die Kieslaichplätze bis in 30 Zentimeter Tiefe umgegraben. Schlamm und feiner Sand werden so ausgewaschen, sodass im Lückensystem zwischen den Kieselsteinen mehr Platz für die Entwicklung der Eier ist. Die Larven nutzen ihn als Rückzugs- und Schutzort, bis sie groß genug sind, um in der freien Strömung zu bestehen. „Wir hoffen, dadurch diesen bayernweit einzigarten Bestand zu stärken und einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in Bayern zu leisten“, erklärt Paul Geisenhofer, Behördenleiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim.

Ronald Zillmer vom Anglerbund Rosenheim, der die Baggerarbeiten begleitete, ist begeistert: „Wir Angler bemühen uns seit Jahren, die Fische in der Mangfall zu schützen. Die vielen Maßnahmen der Wasserwirtschaft und der Verbund AG sind ganz in unserem Sinn.“ Seine Hoffnung ist, dass sich dadurch die Fischbestände in Mangfall und Inn wieder verbessern. Aber einen großen Wunsch hat er noch im Gepäck: „Gerade jetzt beginnt wieder die Zeit, wo es viele ans Gewässer zieht. Während, aber auch nach der Laichzeit ist es besonders wichtig, die Laichplätze nicht zu betreten, damit Fische und Larven nicht geschädigt werden“. Ronald Zillmer hofft, dass die Besucher der Mangfall mithelfen, diesen einzigartigen Schatz zu bewahren.

 

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