„Frau der ersten Stunde“

27.08.2019 • Aktuelles, Kurznachrichten

Galerie Markt Bruckmühl ehrt langjährige Jurorin mit Gedächtnisausstellung

Der außergewöhnliche und nachhaltige Erfolg der Galerie Markt Bruckmühl, die heuer ihr 25-jähriges Bestehen feiert, beruht maßgeblich auf dem ehrenamtlichen Engagement der Künstler, die als Juroren die jeweiligen Jahresprogramme gestaltet haben. Immer wieder ist es ihnen dabei gelungen, hohen künstlerischen Ansprüchen Rechnung zu tragen, vielfältige Strömungen der zeitgenössischen Kunst aufzuzeigen und so das Interesse des Publikums an der Galerie wachzuhalten.

Zu diesen Juroren gehörte von Anfang an die Schlierseer Künstlerin Charlotte Dietrich (1935 – 2017). Als „Frau der ersten Stunde“ war sie, bis zu ihrem Tod im Jahr 2017, mehr als 23 Jahre mit großem Einsatz für die Galerie tätig. Das langjährige ehrenamtliche Wirken zugunsten der Galerie Markt Bruckmühl war für Bürgermeister Richard Richter Anlass, Frau Dietrich im Jahre 2015 die Dankmedaille des Bürgermeisters zu überreichen. „Dies ist keine Ehrung für Ihr künstlerisches Lebenswerk, sondern eine Auszeichnung aus tiefer Dankbarkeit für Ihr Wirken und Ihr Engagement für den Markt Bruckmühl“, begründete er die Auszeichnung und fuhr fort: „Sie haben Ihr künstlerisches Können in den Vordergrund gestellt, uneitel und souverän – nur große Persönlichkeiten können so handeln“.
Im Jubiläumsjahr widmet die Galerie Markt Bruckmühl Charlotte Dietrich nun eine umfassende Gedächtnisausstellung. Gezeigt werden Arbeiten, die die vielfältigen Aspekte ihres Jahrzehnte langen künstlerischen Schaffens ebenso aufzeigen, wie ihr großes Interesse an aktuellen künstlerischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen. „Meine künstlerischen Ideen ergeben sich aus der Zeit und meiner daraus resultierenden persönlichen Betroffenheit“, sagte Charlotte Dietrich selbst einmal über ihre Arbeit.

Sie entstammt einer Künstlerfamilie. Zu ihren Vorfahren zählte auch die Malerin Adelheid Dietrich (1827 – 1891) die von ihrem Vater, dem Erfurter Landschaftsmaler und Professor für Malkunst, Eduard Dietrich (1803 – 1877), unterrichtet wurde und bereits 1847 und 1848 mit Frucht- und Blumenstillleben auf der Kunstausstellung in Dresden vertreten war. „An ihr imponiert mir, wie sie in der damaligen Zeit als unverheiratete Frau von der Kunst lebte“, sagte Charlotte Dietrich über die berühmte Vorfahrin einmal. Sowohl von Adelheid Dietrich als auch Eduard Dietrich werden Arbeiten in der Ausstellung zu sehen sein. Die Gedächtnisausstellung wurde dadurch möglich, dass sich der künstlerische Nachlass von Charlotte Dietrich – ihrem Wunsch entsprechend – inzwischen im Besitz der Marktgemeinde befindet. Die Ausstellung wird eröffnet mit einer Vernissage am 1. September um 11 Uhr in der Galerie Markt Bruckmühl, Sonnenwiechser Straße 12 und ist bis zum 6. Oktober dort zu sehen. Öffnungszeiten: Mittwoch 14 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag jeweils 11 bis 18 Uhr.

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